Stellenabbau Insel-Gruppe: Nur einzelne Entlassung

Die Berner Insel-Gruppe wird den im Dezember 2018 angekündigten Abbau von 150 Stellen wie angekündigt fast ohne Entlassungen schaffen. Das sagt der neue Verwaltungsratspräsident Bernhard Pulver in einem Interview.

Der neue Verwaltungsratspräsident Bernhard Pulver sagt, der Stellenabbau werde sich finanziell positiv auf die Insel-Gruppe auswirken (Archivbild).

Der neue Verwaltungsratspräsident Bernhard Pulver sagt, der Stellenabbau werde sich finanziell positiv auf die Insel-Gruppe auswirken (Archivbild).

(Bild: Stefan Anderegg)

Im Gespräch mit der Zeitung «Der Bund» führt der frühere Erziehungsdirektor des Kantons Bern aus, Ziel des Abbaus sei es, dass die Insel-Gruppe Ende 2019 wieder gleich viel Stellen haben werde wie im Juli 2018. Zuvor sei der Stellenbestand zu stark angestiegen.

Dieses Ziel werde erreicht, und zwar «wie geplant vor allem durch die natürliche Fluktuation». Es sei nur «ganz vereinzelt» zu Entlassungen gekommen. Die Insel-Gruppe ist die grösste Spitalgruppe der Schweiz mit eigenen Angaben zufolge rund 11'000 Angestellten.

Pulver sagt auch, der Stellenabbau werde sich finanziell positiv auf die Insel-Gruppe auswirken: «Ich erwarte für dieses Jahr ein deutlich besseres Resultat. Für 2020 werden keine neuen Abbaumassnahmen nötig sein.»

Als die Insel-Gruppe vor neun Monaten den Stellenabbau ankündigte, begründete sie ihn als Folge des wirtschaftlichen Drucks in der Gesundheitsbranche. Sie verwies auf regulatorische Eingriffe wie die Tarmed-Revision des Bundesrats, auf den Trend hin zu ambulanten Operationen und auf die anhaltende Unterfinanzierung der Universitätsspitäler. All dies mache die Massnahmen unumgänglich - trotz steigender Patientenzahlen.

Bekenntnis zu Landspitälern

Der Insel-Verwaltungsratspräsident sagt im Gespräch weiter, dass der Verwaltungsrat «hoffentlich» noch dieses Jahr definitiv die Sanierung des Berner Frauenspitals beschliessen könne. «Wir werden das Frauenspital sanieren», so Pulver. Er hoffe, dass der Kanton Bern die Sanierung finanziell unterstütze.

Die Landspitäler der Insel-Gruppe seien für die ganze Gruppe sehr nützlich. Wie das Berner Tiefenauspital trügen sie zur Finanzierung der gesamten Spitalapotheke, der Informatik und der Direktion bei. Und sie übernähmen Bereiche des Inselspitals. «Die Stadt-/Landspitäler sind ein Mehrwert», so Pulver.

Das Spital Münsingen sei nicht gefährdet. «Wir werden Münsingen als Akutspital weiterführen und es so ausrichten, dass es nachhaltig finanziert ist.»

2016 entstanden

Die Insel Gruppe entstand 2016 aus der Fusion des Inselspitals mit der Spital Netz Bern AG. Sie ist an sechs Standorten im Kanton Bern aktiv. Das Inselspital ist eine Uniklinik, dazu kommen das Stadtspital Tiefenau und die Landspitäler Belp, Riggisberg, Münsingen und Aarberg.

sih/sda

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