Hunderte Simmentaler demonstrieren vor dem Rathaus

Bern

Mehrere hundert Simmentaler und Saanenländer haben am Freitag in Bern für eine gute Gesundheitsversorgung in ihrer Region demonstriert. Dem bernischen Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud übergaben sie eine Resolution mit fast 10'000 Unterschriften.

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Die Entschliessung fordert im Kern eine 10-Jahres-Garantie für den Weiterbetrieb des Spitals in Zweisimmen. An der Kundgebung auf dem Rathausplatz wurde auch eine sichere Grundversorgung fürs Saanenland gefordert.

Das Spital in Saanen schliesst im kommenden Herbst, wie die Spital STS AG kürzlich mit Verweis auf tiefrote Zahlen bekräftigte. Das Spital Zweisimmen wird vorerst bis 2014 weitergeführt. Der Kanton lässt in der Zwischenzeit prüfen, ob ein Akutspital für die medizinische Grundversorgung der Region wirklich nötig ist.

Das Saanenland habe die Hand zu einem Kompromiss ausgestreckt, sagte der Weissenburger SVP-Grossrat Thomas Knutti. Nun sei es an der bernischen Regierung, ein tragfähiges Konzept für die ganze Region zu ermöglichen. Dazu gehört nach Überzeugung mehrerer Votanten auch das Spital in Zweisimmen.

«Auch wir haben Rechte», hiess es auf einem der Transparente. Auf einem anderen stand zu lesen: «Wir als Region Oberland West zahlen auch Steuern». Eine wirtschaftliche Lösung mit einem Akutspital und einem guten Versorgungsnetz sei durchaus möglich, betonte die Zweisimmer Gemeinderatspräsidentin Anne Speiser.

«Wenn Ihr ein Spital wollt ...»

Regierungsrat Perrenoud ergriff zum Abschluss der Kundgebung das Wort. «Ihr habt eine gute Versorgung verdient», rief er den Demonstrierenden zu. «Aber wenn Ihr ein Spital wollt, dann müsst Ihr Euch auch dort behandeln lassen.» Es nütze nichts, wenn sich 50 Prozent der Bevölkerung einer Region im Ernstfall lieber in Bern hospitalisieren lasse.

Perrenoud wies im übrigen Berichte zurück, wonach er ursprünglich nicht zu den Demonstrierenden sprechen wollte. Vielmehr habe man ihn schlicht nicht angefragt, ob er überhaupt Zeit dafür habe, sagte er. Das sei «eine Frage der Höflichkeit», sagte der Gesundheitsdirektor und erntete dafür einige Pfiffe und Buhrufe.

asu/sda

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