Hans Stöckli hat noch nicht genug

Er will es nochmals wissen: Der 66-jährige Berner SP-Ständerat Hans Stöckli tritt 2019 bei den Wahlen an. Auch GLP-Nationalrätin Kathrin Bertschy stellt sich zur Verfügung.

SP-Ständerat und Vizepräsident des Komitees Sion 2026 will es 2019 bei den Wahlen nochmals wissen.

SP-Ständerat und Vizepräsident des Komitees Sion 2026 will es 2019 bei den Wahlen nochmals wissen.

(Bild: Keystone)

Der Berner SP-Ständerat Hans Stöckli tritt im Herbst 2019 nochmals zu den Ständeratswahlen an. Das hat die SP des Kantons Bern am Samstag bekanntgegeben. Wird Stöckli gewählt, dürfte er 2020 Ständeratspräsident werden.

Wie die SP Schweiz am Samstag mitteilte, ist nämlich Stöckli von der SP-Ständeratsgruppe für das Präsidium der kleinen Kammer vorgeschlagen worden. Vorgesehen für dieses Amt war eigentlich die Waadtländer SP-Ständerätin Géraldine Savary. Sie wurde im November 2017 zur zweiten Vizepräsidentin der Kleinen Kammer gewählt.

Das ist im Normalfall gleichbedeutend mit dem Aufstieg ins Präsidium gut zwei Jahre später. Doch hat Savary kürzlich nach einer Spendenaffäre bekanntgegeben, sie werde 2019 nicht mehr zu den Ständeratswahlen antreten.

«Hochmotiviert»

In der SP-Mitteilung wird Stöckli mit den Worten zitiert, dass er fürs Ständeratspräsidium nominiert worden sei, freue ihn «ganz besonders». Er sei «hochmotiviert» für eine dritte Legislatur in der kleinen Kammer und wolle dort sein Engagement für einen starken Rechtsstaat, eine offene Schweiz und eine gute Gesundheitsversorgung fortsetzen.

Die SP des Kantons Bern schreibt, sie freue sich über die erneute Kandidatur des früheren Stadtpräsidenten von Biel. Stöckli habe mehrfach in Wahlen bewiesen, welch grosses Vertrauen er in der breiten Bevölkerung geniesse. Sie sei überzeugt, mit ihm den Ständeratssitz halten zu können.

Auf Anfrage sagte Stöckli am Samstag, dass Géraldine Savary 2019 nicht mehr zur Wahl antrete und somit das Ständeratspräsidium 2020 frei werde, habe einerseits den Zeitpunkt der Bekanntgabe seiner erneuten Kandidatur beeinflusst, aber auch den Entscheid, wieder antreten zu wollen, bestärkt. An sich habe er erst nach der Session über eine erneute Kandidatur informieren wollen.

Würde Stöckli nicht kandidieren, wäre die frühere Berner Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer eine mögliche SP-Ständeratskandidatin gewesen: Sie sagte im Juni dieses Jahres, falls Stöckli nicht antrete, würde sie sich eine Kandidatur überlegen.

Stöckli, Markwalder, Streiff. . .

Die Bekanntgabe von Stöcklis Kandidatur führte dazu, dass sich die Ausgangslage für die Ständeratswahlen im Kanton Bern weiter klärte. Bisher bekannt war, dass die FDP mit Nationalrätin Christa Markwalder antreten dürfte. Die Parteispitze wird sie im Januar den Delegierten als Kandidatin vorschlagen.

Bekannt war auch, dass die SVP antreten will, die stärkste Partei im Kanton Bern. Sie gab im Oktober bekannt, sie wolle Kandidatennamen erst dann nennen, wenn klar sei, ob die beiden amtierenden Ständeräte wieder antreten.

Der andere amtierende Berner Ständerat ist Werner Luginbühl (BDP). Er hat sich bisher noch nicht geäussert. Kandidieren wird ausserdem EVP-Nationalrätin Marianne Streiff, wie seit Längerem bekannt ist.

Wie die Onlineausgabe von «Der Bund» am Samstagnachmittag berichtete, stellt sich nun auch GLP-Nationalrätin Kathrin Bertschy als Ständeratskandidatin zur Verfügung. «Der Kanton Bern wird derzeit, was Alter und Geschlecht anbelangt, nicht ideal vertreten. Zudem würde dem Ständerat eine progressive und ökologische Stimme gut tun», sagt die 39-Jährige im Interview.

Am Samstag wurde auch klar, mit wem die Grünen des Kantons Bern in die Ständeratswahlen steigen: Entweder mit der Präsidentin der nationalen Partei, Nationalrätin Regula Rytz, oder mit dem im Frühsommer abgetretenen alt Regierungsrat Bernhard Pulver.

Die bernischen Grünen bestätigten auf Twitter eine entsprechende Meldung der Zeitung «Der Bund». Die Grünen hatten Ende August bekanntgegeben, dass sie zu den Ständeratswahlen antreten wollen, nannten aber keine Namen.

sih/flo/sda

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