Guggisberg und Schnegg wollen den Kanton beleben

Mit dem Slogan «Wir beleben Bern!» hat die SVP den Wahlkampf für die Regierungsratswahl eröffnet. FDP, EDU und die Wirtschaft unterstützen die SVP-Kandidaten. Nur die BDP hält sich noch bedeckt.

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Dass die SVP ihren Wahlkampf im Westside in Bern-Brünnen eröffnet, ist laut Parteipräsident Werner Salzmann kein Zufall. Das Einkaufszentrum mit Hotel sei ein Symbol für den Mut zu Neuem. «Bern entwickelt sich hier», so Salzmann. Das sei nicht überall der Fall, deshalb sei es nach zehn Jahren rot-grüner Regierungsmehrheit höchste Zeit für eine Belebung des Kantons.

Dafür sorgen sollen die SVP-Kandidaten, die Grossräte Lars Guggisberg und Pierre Alain Schnegg. Sowohl die FDP als auch die EDU unterstützen sie, ebenso die Berner Wirtschaftsverbände. Einzig die BDP hat sich noch nicht festgelegt, ob sie nur einen oder beide Kandidaten unterstützen will – die Delegierten entscheiden am 3. Februar. Laut Salzmann stehen die Zeichen gut: «Vorstandsmitglied und BDP-Ständerat Werner Luginbühl hat mir zugesichert, sich dafür ein­zusetzen, dass die BDP beide Kan­didaten unterstützt.»

Der Unternehmer

Der Bernjurassier Schnegg präsentierte sich am Mittwoch vor den Medien als erfahrener Unternehmer. Als Verwaltungsratspräsident der Celtor SA und des Regionalspitals Hôpital du Jura ber­nois habe er Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit kommunalen und kantonalen Exekutiven. Der 53-Jährige will in der Regierung vermehrt unternehmerisches Denken einbringen.

Wie seine Erfahrung im Spitalbereich zeige, sei es möglich, die Kosten zu senken, ohne die Leistung abzubauen. Schnegg hatte in einer vom Grossen Rat abgelehnten Motion den Abbau von 10 Prozent der Stellen in der Kantonsverwaltung gefordert. Er zeigte sich am Mittwoch noch immer von der Machbarkeit seiner Forderung überzeugt. «In der Gesundheits- und Fürsorgedirektion könnten Stellen gestrichen werden, dort hat die Ausgliederung der Spitäler eine Entlastung gebracht.»

Der Vertreter der Jungen

Der mit 38 Jahren vergleichsweise junge Guggisberg präsentierte sich als «engagierter Vertreter der neuen Generation». Guggisberg will sich für tiefere Steuern und Abgaben einsetzen. Obwohl die Steuerbelastung im interkantonalen Vergleich bereits sehr hoch sei, wolle die aktuelle Regierung die Ausgaben um jährlich weitere 100 Millionen Franken steigern, so Guggisberg.

Engagieren will sich der Kirchlindacher Fürsprecher auch dafür, dass der öffentliche Verkehr und der motorisierte Individualverkehr gleichermassen gefördert werden. In der Vergangenheit sei viel in nie verwirklichte Tramprojekte investiert worden. Gleichzeitig müssten die schlecht erschlossenen Regionen Oberaargau und Emmental auf die dringend nötigen Umfahrungsstrassen warten. «Die Verkehrsprobleme lösen wir nur durch ein Miteinander von ÖV und Individualverkehr», so Guggisberg.

250'000 Franken Budget

Das Wahlkampfbudget beläuft sich laut SVP-Präsident Salzmann auf 250'000 Franken. Die beiden Kandidaten würden je zwischen 20'000 und 30'000 Franken beisteuern.

Die Kandidaten touren nun bis zur Wahl vom 28. Februar durch den Kanton und verteilen der Jahreszeit entsprechend Mützen und Hustentäfeli.

Berner Zeitung

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