Grünen-Grossrätin Mühlheim läuft zu Grünliberalen über

Die bernische Grossrätin Barbara Mühlheim sorgt mit einem Fraktionswechsel für Aufsehen: Sie wechselt von der Grünen- zur Grünliberalen-Fraktion. Dort fühlt sie sich nach eigenen Angaben politisch wohler.

Grossrätin Barbara Mühlheim wechselt von der Grünen- zur Grünliberalen-Fraktion.

Grossrätin Barbara Mühlheim wechselt von der Grünen- zur Grünliberalen-Fraktion.

(Bild: Andreas Blatter)

Denn «meine Stossrichtung ist die Mitte, nicht das Linksaussen», hielt Mühlheim am Donnerstag in einem Communiqué fest. Die Partei wechseln wolle sie aber nicht: Sie möchte Mitglied der Grünen Freien Liste (GFL) Stadt Bern bleiben, bestätigte sie einen «Bund»-Bericht.

Mühlheim macht kein Hehl daraus, dass sich die GFL den Grünliberalen annähern sollte. Ansonsten laufe die Partei Gefahr, in der Verzettelung des «grünfreiliberalen Wählerpotenzials» unterzugehen.

Von der Grünen Fraktion im Grossen Rat hat sich Mühlheim nach eigenen Angaben verabschiedet, weil «das Politisieren links von der SP für mich keine Lösung ist». Brückenbauen tue Not, sie wolle mit offen denkenden Bürgerlichen nach tragfähigen Lösungen suchen.

Die Chefin der glp/CVP-Fraktion, Franziska Schöni-Affolter, freut sich über das neue, sechste Fraktionsmitglied. Mühlheim politisiere schon lange auf der gleichen Linie, der Wechsel sei daher naheliegend, sagte Schöni-Affolter auf Anfrage. Für sie ist der Schritt auch ein Signal für eine Annäherung der grünen Kräfte.

GFL am Zug

Wenig begeistert sind dagegen die Grünen. Sie bedauern Mühlheims Entscheid. In einem Communiqué äussern sie zudem Skepsis, ob die «Doppelmitgliedschaft» längerfristig tragbar sei. In dieser Frage liege der Ball nun bei der Ortspartei, also der GFL Stadt Bern, sagte Grünen-Fraktionschef Blaise Kropf der sda.

Dass ihn der Verlust des 16. Fraktionssitzes ärgert, bestreitet er nicht. «Man muss auch bedenken, dass in einer Proporzwahl errungenen Mandate in erster Linie Parteimandate sind», liess er Kritik an Mühlheim durchschimmern. Immerhin trete Mühlheim aus der Justizkommission zurück, so dass dieses Mandat wieder von der Grünen Fraktion besetzt werden könne.

Auch Kropf hält die Zusammenarbeit der grünen Kräfte grundsätzlich für wünschenswert. Dass Mühlheims Entscheid Signalwirkung habe, relativiert er allerdings: Er sieht in dem Wechsel einen Einzelfall. Kein anderes Fraktionsmitglied plane den Wechsel zu den Grünliberalen.

Barbara Mühlheim wechselt nicht zum ersten Mal die politische Heimat. Ursprünglich gehörte sie der SP an, dann wechselte sie zu den Grünen.

mau/sda

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