Grossratswahlen: Die Abgewählten

Im neuen Grossen Rat sitzen 122 Bisherige und 38 Neue. Die neuen Parlamentarier ersetzen 20 Grossräte die nicht mehr antraten, und 18, welche die Wiederwahl verpassten. 14 Befürworter höherer Grossratslöhne wurden abgewählt.

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Unter den 18 Politikern, welche die Wiederwahl in den Grossen Rat verpassten sind einige Prominente, allen voran Mitglieder der stark geschrumpften BDP-Fraktion. Deren Chef Dieter Widmer fehlt im neuen Parlament ebenso wie der altgediente Stadtberner Politiker und Ex-BLS-Direktor Mathias Tromp sowie der Geschäftsführer der Partei, Renato Krähenbühl.

Die BDP verlor insgesamt elf Sitze. Von der BDP mussten auch Christian Brönnimann, Peter Eberhart, Jan Gnägi, Mathias Kohler, Enea Martinelli, Daniel Schwaar und Ueli Spring über die Klinge springen – allesamt Männer also. Ein BDP-Grossrat war zur Wahl nicht mehr angetreten.

Die acht weiteren Grossratsmitglieder, die das Volk nicht mehr wollte, sind Franz Arnold (SP), Peter Bonsack (EDU), Silvia Lüthi (Grüne), Roland Matti (PLR), Alexandra Perina-Werz (CVP), Ulrich Scheurer (SP), Hans Schmid (SVP) und Jürg Schürch (SVP).

14 Befürworter höherer Grossratslöhne

Auffallend ist, dass 14 der 18 abgewählten Grossräte im vergangenen November der umstrittenen Lohnerhöhung in eigener Sache zugestimmt hatten. Dabei handelt es sich um 10 Mitglieder der BDP, 2 der SVP und je 1 von FDP und EDU. Das geht aus einer Zusammenstellung der Nachrichtenagentur sda hervor.

Die Lohnerhöhung mitten in der Spardebatte hatte landesweit für Aufsehen gesorgt. Das Komitee der Arbeitslosen und Armutsbetroffenen (Kabba) hatte eigens eine Website aufgeschaltet, auf der es zur Abwahl der Lohn-Befürworter aufrief.

Siegenthaler schafft Wiederwahl

Der Erfolg hält sich allerdings in Grenzen. Insgesamt 68 Grossrätinnen und Grossräte stimmten im November für deutlich höhere Saläre. 49 schafften die Wiederwahl, 14 verpassten sie, 5 traten nicht mehr an.

BDP-Parteichef Heinz Siegenthaler hatte in der Debatte für Aufsehen gesorgt mit dem Ausspruch: «Diejenigen Leute, die es unverschämt finden, dass ich mir den Lohn heraufgesetzt habe, sollen mich nicht mehr wählen.»

Siegenthaler schaffte am Wochenende die Wiederwahl, allerdings wird er bald ins Bundeshaus wechseln. Er erbt den Nationalratssitz der zurücktretenden Ursula Haller.

Auch Linke abgewählt

Inwiefern die «Abwahlen» mit dem Verhalten in der Lohnabstimmung zusammenhingen, bleibt Spekulation. Sicher ist: Ein Verzicht auf eine Lohnerhöhung in eigener Sache war auch keine Garantie für die Wiederwahl.

66 Parlamentarier stimmten im November gegen mehr Lohn. Vier von ihnen wurden am Wochenende nicht wiedergewählt: zwei Mitglieder der SP, 1 Grüne, 1 CVP. Das sind die 38 Neuen im Grossen Rat

Unter den 38 Neugewählten sind einige bereits bekannte Namen. Dazu gehören der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) und seine Gemeinderatskollegin Marianne Dumermuth (SP) , die gescheiterte Berner Statthalter-Kandidatin Simone Machado Rebmann (GPB-DA) und die Berner Stadträtin Nicola von Greyerz (SP).

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js/sda

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