Zum Hauptinhalt springen

Grossrat berichtet von Enthauptung seiner Freundin

Zu einem sehr persönlichen Moment kam es am Dienstag im Grossen Rat. Grossrat Mohamed Hamdaoui erzählte von der Enthauptung seiner Freundin durch Islamisten.

Der 54-jährige Hamdaoui sitzt seit 2014 für die SP im Grossen Rat.
Der 54-jährige Hamdaoui sitzt seit 2014 für die SP im Grossen Rat.
zvg

Der Bieler SP-Grossrat Mohamed Hamdaoui hat während einer Islam-Debatte im Berner Rathaus eine tragische persönliche Geschichte erzählt. In den 1980er-Jahren sei seine damalige Freundin von Islamisten enthauptet worden, berichtete Hamdaoui.

In den Ferien in einem algerischen Dorf habe er eine junge Frau kennengelernt und sich verliebt. «Sie hat sich auch in mich verliebt, wie durch ein Wunder», sagte Hamdaoui. Einige Zeit später hätten «islamistische Barbaren» das Dorf überfallen.

«Meine Freundin trug kein Kopftuch, und sie war den Islamisten wohl zu schön und zu klug.» Die Frau sei verschleppt worden. Man habe nur noch ihren Kopf gefunden. «Die Islamisten haben mein Herz auf alle Ewigkeit gebrochen.» Auch aufgrund dieser persönlichen Erfahrung kämpfe er gegen Intoleranz und religiösen Fanatismus.

SVP fordert systematische Überwachung von Imamen

Der 54-jährige Hamdaoui lebt seit Jahrzehnten in der Schweiz. Dem bernischen Grossen Rat gehört der Journalist seit 2014 an. Die Debatte drehte sich um einen Vorstoss aus SVP-Reihen, der auf die systematische Überwachung von Imamen abzielt.

Der Vorstoss wurde letzten Sommer nach dem Skandal um einen Sozialhilfebezüger in Nidau eingereicht. Der Mann soll in einer Bieler Moschee Hasspredigten gehalten haben.

Für eine regelmässige, verdachtsunabhängige Kontrolle der Imam-Predigten durch Sicherheitsbehörden fehlten die gesetzlichen Grundlagen, erklärte der Regierungsrat. Ausserdem wäre eine systematische Überwachung extrem aufwändig.

«Vorstoss schiesst weit über das Ziel hinaus»

Die Behörden könnten nicht einmal alle im Kanton Bern tätigen Imame auflisten, sagte Polizeidirektor Hans-Jürg Käser. Imame seien zum Teil Gläubige ohne Studium, die in einer Moschee vorbeten. Den Behörden sei es nicht möglich, Kenntnis über all diese Leute zu haben.

Die Ratsmehrheit folgte diesen Argumenten und lehnte die Forderung auch in der abgeschwächten Form des Postulats mit 78 zu 70 Stimmen ab. Der Vorstoss schiesse weit über das Ziel hinaus, hatte etwa SP-Sprecher Hamdaoui gesagt. Die EVP warnte davor, ganze Religionsgemeinschaften wegen einzelner schwarzer Schafe unter Generalverdacht zu stellen.

SDA/tag

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch