Grosser Rat: Vier neue Mitglieder und ein neuer Präsident

Der Grosse Rat hat am Montag zum Auftakt der Juni-Session turnusgemäss Finanzdirektorin Beatrice Simon (BDP) zur Regierungspräsidentin und FDP-Grossrat Carlos Reinhard zum Grossratspräsidenten gewählt.

Schaffte die Wahl trotz vorgängiger Kritik: Carlos Reinhard (FDP, rechts im Bild) löste gestern Marc Jost (EVP) als Präsident des Grossen Rates ab.

Schaffte die Wahl trotz vorgängiger Kritik: Carlos Reinhard (FDP, rechts im Bild) löste gestern Marc Jost (EVP) als Präsident des Grossen Rates ab.

(Bild: Andreas Blatter)

Die Wahlen am Montag zum Beginn der Juni-Session im Grossen Rat gingen ohne Nebengeräusche über die Bühne. Das war insbesondere beim Thuner FDP-Grossrat Carlos Reinhard nicht sicher. Im Gegensatz zu seinen Amtsvorgängern ist der 43-jährige Unternehmer kein altgedienter Parlamentarier. Kaum war er 2014 in den Rat gewählt worden, nominierte die FDP den Thuner bereits für das 2. Vizepräsidium - mangels Alternativen in den eigenen Reihen.

Dass ein Ratsneuling ohne Stallgeruch für das Präsidium kandidierte, sorgte damals bei den anderen Parteien für Misstöne. Das Plenum wählte ihn 2014 erst nach einer einwöchigen Kennenlernphase und nur äusserst knapp zum 2. Vizepräsidenten. Reinhard sagte damals, er habe den «Wink mit dem Zaunpfahl» verstanden.

«Schneller als man denkt»

Die Wogen haben sich inzwischen geglättet. Die ehemaligen Kritiker attestierten dem Senkrechtstarter, sich in den letzten zwei Jahren ins Zeug gelegt zu haben, um der Aufgabe gewachsen zu sein.

Sein Präsidialjahr stellt Reinhard unter das Motto «Schneller als man denkt». Damit sei nicht nur eine effiziente und nachhaltige Amtsführung gemeint, sondern auch ein Signal für einen dynamischen Kanton Bern.

Zur ersten Vizepräsidentin wählte das Parlament die Spiezer SP-Grossrätin Ursula Zybach. Dass damit nach der FDP auch die SP einen Ratsneuling portierte, sorgte am Montag für keine Misstöne mehr. 2015 hatte insbesondere die SVP dafür plädiert, künftig wieder politisch erfahrende Anwärter zu präsentieren.

Die Partei löste diese Anforderung mit der Nomination von Jürg Iseli für das 2. Vizepräsidium ein. Der 51-jährige Landwirt sitzt seit 11 Jahren im Parlament und leitet die einflussreiche Finanzkommission.

Turnusgemäss zur Regierungspräsidentin gewählt wurde Finanzdirektorin Beatrice Simon. Die 55-jährige Seeländerin ist seit 2010 Mitglied des Regierungsrates und profilierte sich als umsichtig waltende Finanzdirektorin und konsensorientierte Mittepolitikerin.

Ein Schoggijob? Regierungspräsidentin Beatrice Simon und ihr Vize Bernhard Pulver amüsierten sich köstlich. Bild: Andreas Blatter

Ebenfalls glanzvoll zum Vizepräsidenten wählte das Parlament Erziehungsdirektor Bernhard Pulver. Der Grüne wird die Regierung 2017/2018 präsidieren - im letzten Jahr der laufenden Legislatur.

Vier neue Mitglieder vereidigt

Der Grosse Rat vereidigte zudem vier neue Mitglieder - unter ihnen den Nachfolger des designierten Gesundheitsdirektors Pierre Alain Schnegg (SVP). Schneggs Sitz übernimmt der 56-jährige Landwirt Marc Tobler aus Moutier.

Bei der FDP folgt die 56-jährige Physiotherapeutin und Roggwiler Gemeinderätin Marianne Teuscher auf Kathrin Zumstein, die nach 10 Jahren im Grossen Rat zurücktritt.

Bei der BDP rutscht der 51-jährige Daniel Schwaar (Wileroltigen) erneut in den Rat nach. Er war 2014 abgewählt worden und folgt nun auf Vreni Kipfer-Guggisberg, die aus gesundheitlichen Gründen demissionierte.

Bei der GLP übernimmt der 43-jährige Mathematiker Luca Alberucci (Ostermundigen) den Sitz von Annette Toggwiller-Bumann, die ihr Grossratsmandat aus zeitlichen Gründen aufgab.

mib/sda

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