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Gegen Abwanderung des Pflegepersonals: Bern schafft Stellenbörse

Der Kanton Bern will verhindern, dass der Umbau der Spitallandschaft zu einer Abwanderung des Pflegepersonals in andere Branchen führt.

Der Kanton Bern will mit einer Stellenbörse verhindern, dass Fachpersonal in andere Branchen abwandert.
Der Kanton Bern will mit einer Stellenbörse verhindern, dass Fachpersonal in andere Branchen abwandert.
Therese Krähenbühl

Das Gesundheitswesen benötige nach wie vor jede Pflegefachperson, betonte Regierungsrat Philippe Perrenoud am Montag vor den Medien.

Mit einer Stellenbörse und einem neuen Angebot an Umschulungskursen will er sicherstellen, dass die Pflegefachleute auch in Zukunft im Gesundheitswesen arbeiten. Schliesslich habe der Kanton in den letzten Jahren grosse Anstrengungen unternommen, um gut qualifiziertes Pflegepersonal auszubilden.

Der laufende Konzentrationsprozess im Spitalwesen könnte nun zu einer Streichung von Arbeitsplätzen führen, räumte Perrenoud ein. Doch «wer eine Stelle in einem Spital verliert, soll sofort eine neue Stelle in einem anderen Spital, einer Klinik, einem Heim oder einem Spitex-Betrieb finden».

Denn insgesamt brauche das Gesundheitswesen nicht weniger, sondern mehr Pflegepersonal. Schliesslich gebe es immer mehr hochbetagte Menschen.

Exklusive Stellenbörse

Zum einen schafft der Kanton Bern eine internet-basierte Stellenbörse. Sie soll aktiviert werden, sobald ein Spital die Zahl der Stellen reduziert.

Die Organisation der Arbeitswelt Gesundheit (OdA) Bern fordert dann die Betriebe des Gesundheitswesens auf, ihre offenen Stellen zu melden. Die vom Abbau betroffenen Personen erhalten als einzige Zugang zu der Stellenbörse.

Zum anderen will der Kanton Umschulungskurse anbieten, damit sich Spitalpersonal auf eine neue Arbeit einstellen kann. Denn der künftige Arbeitsplatz könnte sich auch in einem Heim oder in einem Spitex-Betrieb befinden.

«Grosse Anstrengungen»

Der Kanton Bern engagiere sich seit Jahren in der Ausbildung von Pflegepersonal, betonten die Verantwortlichen vor den Medien. Seit 2002 bezahlt er den Betrieben die Ausbildungsleistung.

Weil dieser finanzielle Anreiz nicht ausreichte, führte Bern als erster Kanton eine Ausbildungsverpflichtung ein. Jeder Betrieb muss seither gemäss seinen Möglichkeiten Fachleute ausbilden. Das Berner Modell werde nun auch von anderen Kantonen übernommen, hiess es an der Medienorientierung.

Gemäss der kantonalen Versorgungsplanung benötigt Bern pro Jahr 850 Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit. Das Resultat der eingeführten Massnahmen zur Sicherstellung des beruflichen Nachwuchses lässt sich laut Gesundheitsdirektion sehen: Im letzten Jahr haben 800 Frauen und Männer eine Lehre als Fachfrau/Fachmann Gesundheit begonnen.

SDA/cls

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