Gegen Abu Ramadan ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft

Biel

Der islamische Prediger Abu Ramadan ist im Visier der Staatsanwaltschaft. Gegen den in Nidau wohnhaften Libyer wurde ein Strafverfahren wegen Verdacht auf Rassendiskriminierung eingeleitet.

<b>Abu Ramadan:</b> Gegen den Prediger ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.<p class='credit'>(Bild: Islamrat (Flickr))</p>

Abu Ramadan: Gegen den Prediger ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.

(Bild: Islamrat (Flickr))

Die Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland hat gegen Abu Ramadan, den islamischen Prediger der Bieler Ar’Rahman-Moschee, ein Strafverfahren eröffnet. «Die Untersuchung wurde am 20. März wegen des Verdachts auf Rassendiskriminierung eingeleitet», wird Christof Scheurer, stellvertretender Generalstaatsanwalt des Kantons Bern, in der «NZZ am Sonntag» zitiert.

Ins Visier der Ermittler geriet Abu Ramadan im letzten Sommer. Der «Tages-Anzeiger» und die SRF-Sendung «Rundschau» berichteten, dass der Prediger in Biel in einem Gebet auf Arabisch dazu aufgerufen habe, Juden, Christen, Hindus, Russen und Schiiten zu zerstören. Ramadan wehrte sich kurz darauf jedoch gegen die Vorwürfe. «Ich habe das nie gesagt», liess er in einem Interview verlauten. Der Übersetzer der Predigt sei ein Lügner.

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Gemäss dem «Tages-Anzeiger» war das Gebet in Biel aber kein Einzelfall. Die Zeitung veröffentlichte weitere Mitschnitte von Predigten in Biel und in der libyschen Hauptstadt Tripolis, in welchen Abu Ramadan etwa den Feinden der Religion den Tod wünscht oder antisemitische Klischees verbreitet.

Übersetzung liegt vor

Der Verfahrenseröffnung durch die Staatsanwaltschaft waren eine Strafanzeige und eine längere Vorermittlung vorausgegangen. Dabei wurde auch die strittige Predigt in der Bieler Ar’Rahman-Moschee übersetzt. Diese liegt laut Scheurer nun vor. «Jetzt hat die Verfahrensleitung ab­zuklären, wie die fraglichen Äusserungen im Kontext des Islams zu interpretieren und verstehen sind», sagt er der «NZZ am ­Sonntag».

Bereits verloren hat der Imam den Asylstatus. Dieser wurde ihm durch das Bundesverwaltungs­gericht Anfang August 2017 entzogen. Dies, weil Abu Ramadan innerhalb von vier Jahren mindestens zwölfmal in sein Heimatland Libyen gereist ist. Das Urteil betrifft aber nicht Ramadans Niederlassungsbewilligung.

Der Libyer ist 1998 in die Schweiz gekommen. In Nidau hat er von 2004 bis Anfang 2017 Sozialhilfe im Gesamtbetrag von rund 600 000 Franken bezogen, beherrscht jedoch keine Landessprache. Trotzdem kam die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion Ende letzten Jahres zum Schluss, dass die Behörden keine Fehler gemacht hätten. mab

Berner Zeitung

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