Gasche bekräftigt KW-Stilllegungsentscheid

Für die BKW ist der Entschied, das Atomkraftwerk Mühleberg spätestens 2019 vom Netz zu nehmen, definitiv. Das hat Verwaltungsratspräsident Urs Gasche an der Generalversammlung der BKW bekräftigt.

Der Verwaltungsratspräsident der BKW, Urs Gasche, bestätigt an der Generalversammlung, dass das AKW Mühleberg nach 2019 nicht mehr weitergeführt werden soll.

Der Verwaltungsratspräsident der BKW, Urs Gasche, bestätigt an der Generalversammlung, dass das AKW Mühleberg nach 2019 nicht mehr weitergeführt werden soll.

(Bild: Keystone)

«Für uns ist dieser Beschluss fest», sagte Gasche. Wenn es die Sicherheit erfordere, werde die BKW das Werk vor 2019 abschalten, eine Verlängerung des Betriebs über 2019 hinaus sei nicht geplant.

Kein formaler Entscheid

Warum die BKW bis heute keinen formalen, verbindlichen Beschluss vorgelegt habe, wollte Kaspar Schuler als Vertreter des Kleinaktionärs Greenpeace daraufhin wissen. Er befürchte, dass die BKW aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen wieder auf den Entscheid zurückkommen könnte.

Die BKW sei daran, nötige Abklärungen für eine Stilllegungsverfügung zu tätigen, erwiderte Gasche. Er zähle darauf, dass das Unternehmen diese von den zuständigen Behörden auch rechtzeitig erhalten werde.

Auf den Stilllegungsentscheid könne die BKW nicht zurückkommen, so Gasche weiter, denn der Prozess werde sehr schnell nicht mehr umkehrbar, beispielsweise wegen vertraglicher oder technischer Aspekte. Kurzfristig umdisponieren könne man da nicht.

«Der Entscheid ist definitiv. Dass wir ihn aus unternehmerischen Gründen gefällt haben, dazu stehen wir», sagte der Verwaltungsratspräsident.

Basis für neue Zukunft gelegt

Die Stilllegung des Kernkraftwerks vor den Toren der Stadt Bern ist das bislang wohl grösste Projekt, das die BKW stemmt. Die Durchführung dieses Vorhabens stelle in sich selbst eine Innovation dar, sagte BKW-Direktorin Suzanne Thoma.

Dass die BKW das Werk vom Netz nehmen wolle, zeuge vom Willen zur Neuausrichtung des Unternehmens. Im vergangenen Jahr habe die BKW eine gute Basis gelegt für das Geschäft der Zukunft, betonte Thoma.

Dabei habe das Unternehmen in einem sehr schwierigen Umfeld operiert. Die klassischen Geschäftsmodelle der Energieversorger, also Produktion, Verteilung von Strom und das Bereitstellen von Reservekapazitäten, seien bei den heutigen Marktverhältnissen nicht mehr alleine tragfähig.

«Die BKW baut nicht auf eine Erholung der Märkte», sagte Thoma. Vielmehr stellt sich das Unternehmen, wie bereits bekannt, breiter auf.

Die BKW will immer stärker zum Energie-Dienstleister werden, wie das Unternehmen an seiner Jahresmedienkonferenz Ende März ausführte. In Grosskraftwerke will die BKW kaum mehr investieren.

Allerdings werde die BKW in den nächsten Jahren erhebliche Mittel in den Erhalt bestehender Produktionsanlagen investieren.

Intelligente Netze

Einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisteten künftig intelligente Netze, zeigte sich Thoma überzeugt. Die BKW habe den Ehrgeiz, in der Anwendung dieser Technologie an der Spitze mitzuarbeiten.

Mit einem Netztechnologie-Zentrum in Nidau und einem Energy-Park, der in der Region des Berner Juras und des Kantons Jura realisiert werden soll, arbeite das Unternehmen an der Umsetzung der Vision eines intelligenten Netzes, führte Thoma aus.

Hohe Wertkorrekturen und Rückstellungen

Der Berner Energiekonzern präsentierte den Aktionärinnen und Aktionären am Freitag auch die Geschäftszahlen. Die BKW erwirtschaftete im vergangenen Jahr ein bereinigtes Betriebsergebnis von 317 Millionen Franken, was in etwa auf Vorjahresniveau liegt.

Allerdings musste die Unternehmung Wertkorrekturen und Rückstellungen von insgesamt 489 Millionen Franken vornehmen. Daraus resultierte dann unter dem Strich ein Reinverlust von 217 Millionen Franken. Bereinigt um diese Sonderbelastung würde sich der Reingewinn auf 166 Millionen Franken belaufen.

Die Generalversammlung stimmte der Rechnung 2013 zu und genehmigte die beantragte Dividende von 1.20 Franken pro Aktie. Der Verwaltungsrat wurde im Amt bestätigt, mit Ausnahme von Antoinette Hunziker-Ebneter, die aus dem Verwaltungsrat austritt. Die frühere Chefin der Schweizer Börse wechselt in den Verwaltungsrat der Berner Kantonalbank.

mas/sda

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