Fünf Kantone feiern 150 Jahre Juragewässerkorrektion

Mit einem Festakt haben der Bund und fünf Kantone in Hagneck am Donnerstag an die erste Juragewässerkorrektion erinnert. 150 Jahre ist es her, seit die Bundesversammlung fünf Millionen Franken für dieses historische Wasserbauprojekt sprach.

Werner Könitzer, Präsident Verein Schlossmuseum Nidau, erklärt wie es zur Juragewässerkorrektion kam und wer die Gewinner und Verlierer sind. Quelle: sda

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Die Ebenen an den Juraseen und an der Aare waren bis vor 150 Jahren zu weiten Teilen ein Sumpf. Immer wieder wurden Dörfer und Städte überflutet. Armut, Hunger und Sumpfkrankheit gehörten zum Alltag. Mit der ersten Juragewässerkorrektion verbesserten sich die Lebensbedingungen der Bevölkerung, wie am Festakt betont wurde.

Die Aare wurde in den Bielersee umgeleitet und der Nidau-Büren-Kanal wurde erstellt. Ein Netz von Binnenkanälen legte die Sümpfe trocken. Mit der zweiten Juragewässerkorrektion rund 100 Jahre später gelang es, die Wassermassen zu bändigen.

«Pionierleistung»

Marc Chardonnens, Direktor des Bundesamts für Umwelt, unterstrich den Weitblick des ersten Subventionsprojekts der Eidgenossenschaft. Die damalige Pionierleistung sei der Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden gewesen, sagte Chardonnens gemäss Redetext.

Die Berner Regierungsrätin Barbara Egger würdigte den politischen Willen der Vorfahren. Heute wolle man nicht nur eine Landschaft verändern und die Bevölkerung schützen, sondern gleichzeitig auch Strom produzieren und die Natur schützen.

Aus Sicht des Freiburger Staatsrats Jean-François Steiert muss der Hochwasserschutz verstärkt werden, um die Landwirtschaft und die Infrastrukturen besser vor Überschwemmungen zu schützen. Der Neuenburger Staatsratspräsident Laurent Favre hielt fest, der Hochwasserschutz bleibe eine Daueraufgabe der Kantone.

Neue Herausforderungen

Das heutige Werk der Juragewässerkorrektion stosse zeitweise an seine Grenzen, stellte der Solothurner Regierungsrat Roland Fürst fest. Deshalb habe sein Kanton zwischen Olten und Aarau ein umfassendes Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekt in Angriff genommen.

Für Staatsrätin Jacqueline de Quattro aus dem Kanton Waadt geht es heute auch darum, den Gewässern die natürlich Dynamik zurückzugeben. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die aktuelle dritte Rhonekorrektion. (sda)

Erstellt: 14.09.2017, 12:58 Uhr

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