Freier Markt für Kaminfeger

Die Berner Regierung will das Monopol für Kaminfeger lockern. So würde der Markt auch für ausserkantonale und ausländische Anbieter geöffnet.

Berner Kaminfeger könnten bald schon Konkurrenz aus anderen Kantonen erhalten – oder gar aus dem Ausland.

Berner Kaminfeger könnten bald schon Konkurrenz aus anderen Kantonen erhalten – oder gar aus dem Ausland.

(Bild: Andreas Blatter)

Sandra Rutschi

Kaminfeger im Kanton Bern kennen bislang keine Konkurrenz: Sie werden von der Gebäudeversicherung gewählt und sind in einem fest zugeteilten Gebiet zu gesetzlich festgelegten Preisen tätig. Nun will die Regierung dieses Monopol lockern und schickt eine Änderung des Feuerschutz- und Feuerwehrgesetzes in die Vernehmlassung: Kaminfeger sollen eine Konzession erhalten, mit der sie ohne Tarifbindung im ganzen Kanton tätig sein können.

Voraussetzung für die Konzession ist das Kaminfegermeisterdiplom. Die Eigentümer der Gebäude wären selber dafür verantwortlich, dass ein Kaminfeger das System reinigt und die Brand­sicherheit kontrolliert. Weiter will die Regierung den Markt für ausserkantonale und ausländische Anbieter öffnen – wenn sie eine vergleichbare Ausbildung haben und wenn das Gegenrecht auf Marktzugang besteht.

Der Antrag der Regierung wurde von den Betroffenen selber ­angeregt: 2015 forderte der Ber­nische Kaminfegermeister-Verband eine Aufhebung des Monopols, weil sich ihr Beruf mit neuen Technologien stark verändert hat. Im Grossen Rat wurde ­daraufhin ein entsprechender ­Vorstoss überwiesen.

Wie die ­Regierung schreibt, haben die Verbände von Kaminfegern, Hauseigentümern, Unternehmern und Bauern Einsitz in der Expertengruppe genommen, welche den vorliegenden Vorschlag ausgearbeitet hat. Die Gruppe sei sich bewusst, dass bei einer Liberalisierung das Risiko von höheren Preisen bestehe. Die Vertreter der Hauseigentümer und des Gewerbes seien aber bereit, dies in Kauf zu nehmen.

Berner Zeitung

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