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FDP verliert zwei Sitze – BDP wird Nummer 3

Der Kanton Bern ist in vielerei Hinsicht eine kleine Schweiz – das bestätigte sich am Sonntag bei den Nationalratswahlen: Die «neuen» Mitteparteien BDP und Grünliberale legen zu – die SVP verliert.

Die SVP hat nach dem Wahlen am Sonntag mit acht Sitzen weiterhin die stärkste Partei. Acht Sitze hat sie bereits seit der Abspaltung der BDP im Jahr 2008 (siehe Grafik). Die Gesamtbilanz fällt so aus: Die Linke kann ihren Anteil mit neun Sitzen halten, während die Mitte auf Kosten der EDU, die ihren einzigen Sitz einbüsst, gestärkt wird.

Auf personeller Ebene kam es dabei zu fast schon beispiellosen Verschiebungen. Nicht weniger als acht Männer hat das Volk am Sonntag aus dem Nationalrat abberufen. Bemerkenswert ist, dass der Berner Jura seinen einzigen Sitz in der Grossen Kammer verloren hat, da bei der SVP Jean-Pierre Graber deutlich auf der Strecke geblieben ist. Er rückt nicht einmal nach, wenn Adrian Amstutz in den Ständerat gewählt wird und damit ein Sitz im Nationalrat frei wird. Dieser ginge an Werner Salzmann aus Mülchi, einen weiteren Neuen. Damit ist auch klar, dass Thomas Fuchs nach wenigen Wochen im Nationalrat abgewählt wurde. Die SVP hat auch ohne Salzmann zwei Neuzugänge zu vermelden: Nadja Pieren, Vizepräsidentin der SVP Schweiz, und Ex-Regierungsratskandidat Albert Rösti. Bei der SP haben sich durchwegs die Bisherigen durchgesetzt, auch Corrado Pardini, der ebenfalls erst vor wenigen Wochen in den Nationalrat nachgerutscht ist, schaffte die Wiederwahl. Zur Überraschung kam es im Kampf um den Lumengo-Sitz: Matthias Aebischer, ehemaliger TV-Moderator, hat mit einem engagierten Wahlkampf den Berner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät überholt, der als gesetzt galt und offenbar annahm, ohne grossen Wahlkampf gewählt zu werden. Tschäppät hat auch in der eigenen Stadt nur das drittbeste Resultat der Liste erzielt. Er muss nun hoffen, dass Hans Stöckli in den Ständerat gewählt wird.

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