Bätterkinden

Evi Allemann: «Das wäre fatal»

BätterkindenDie SP steigt mit Evi Allemann in die Regierungsratswahlen. Die Nationalrätin erwartet keine Wahl im Schlafwagen, sondern wird den Kampfmodus aktivieren.

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Sie haben die SP-Delegierten überzeugt, das erste Rennen ist gewonnen. Wie geht es Ihnen?
Evi Allemann: Ich habe mich sehr gefreut über die Nomination. Sie ist aber auch verbunden mit einer grossen Verantwortung, für die SP und die Linke insgesamt in diese Wahlen zu steigen. Wir wollen die Mehrheit für Rot-Grün zurück­holen.

Es wurde knapp bei der Nomination. Sie mussten in den zweiten Wahlgang. Hatten Sie erwartet, dass Ihnen Ursula Zybach so nahe kommen würde?
Ja, durchaus. Ich habe immer mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen gerechnet. Ich bin auch stolz darauf, in einer Partei zu sein, die an ihrem Parteitag eine echte Ausmarchung durchführen kann. Wir haben bewiesen, dass Frauenförderung in der SP nicht nur in den Sonntagsreden hochgehalten, sondern real gelebt wird.

Überraschend war, dass Ihre unterlegene Stadtberner Kollegin Nicola von Greyerz nach dem ersten Wahlgang eine Wahlempfehlung für Ursula Zybach abgab. Welches war Ihre Reaktion darauf?
So läuft das Spiel. Es kommt vor, dass nicht unbedingt der regionalpolitische Aspekt Priorität hat, sondern die persönliche Beziehung zu jemandem. Beispielsweise, wenn man zuvor jahrelang gemeinsam politisiert und zu­sammen­gearbeitet hat. Da hat offenbar die Grossratsallianz gut gespielt.

Man kann Sie schon fast als Regierungsrätin bezeichnen.
Wahlen sind nie eine sichere Sache. Wenn man mit dieser Haltung in einen Wahlkampf steigen würde, wäre das fatal. Wir werden kämpfen und versuchen, die Wählerinnen und Wähler von uns zu überzeugen.

Was wäre Ihr Ziel als Regierungsrätin?
Ich würde mich dafür einsetzen, dass der Kanton Bern seine Innovationsstärke nutzen kann und dass wir dort investieren, wo es wichtig ist. In die Bildung, in den Umweltbereich und vor allem auch in den öffentlichen Verkehr. Da möchte ich die erfolgreiche Politik von Barbara Egger weiterführen.

Aus Ihrer Antwort lässt sich ableiten, dass Sie gern die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion übernehmen würden.
So kurz nach der Nomination eine Wunschliste zu präsentieren, wäre völlig vermessen. Ich kandidiere für ein Regierungsamt und nicht für eine Direktion.

Sie gelten als nette Politikerin und haben keine Exekutiverfahrung. Fühlen Sie sich gerüstet für den Knochenjob im Regierungsrat?
Freundlich im Ton, hart in der Sache. Dieses Motto habe ich schon immer mit mir getragen. Das ist auch das Erfolgsrezept dafür, in einer bürgerlich dominierten Regierung im einen oder anderen Dossier erfolgreich zu sein.

Als Regierungsrätin werden Sie sich das eine oder andere Mal gegen Ihre Mitstreiter des Verkehrs-Clubs der Schweiz stellen müssen, den Sie aktuell präsidieren.
Das ist eine Frage des Rollenverständnisses. Das bringe ich durchaus mit. Man wird nicht für ein bestimmtes Dossier gewählt. Eine Regierungsrätin hat die Verantwortung für viele Themen und den ganzen Kanton. Da würde ich mich mit einer pragmatischen Stimme einbringen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.08.2017, 07:35 Uhr

SP-Parteitag

Neben Nationalrätin Evi Allemann haben die kantonalen SP-Delegierten am Samstag am Parteitag in Bätterkinden für die kommenden Regierungsratswahlen wie erwartet auch den amtierenden Volkswirtschafts­direktor Christoph Ammann sowie für den Jura-Sitz Christophe Gagnebin nominiert.
Kämpfen musste von den dreien einzig Allemann. Auch die beiden Grossrätinnen Ursula ­Zybach und Nicola von Greyerz hatten für die Nachfolge der ­abtretenden Regierungsrätin Barbara Egger kandidiert. Allemann setzte sich im zweiten Wahlgang knapp mit 119 zu 84 Stimmen gegen Zybach durch. Die unterlegene Stadtbernerin von Greyerz hatte nach dem ­ersten Wahlgang ­etwas über­raschend Partei für die Oberländerin und Grossratskollegin Ursula Zybach ergriffen.

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