Erich Hess in der Endlosschlaufe

SVP-Grossrat Erich Hess will, dass im Kindergarten Mundart gesprochen wird. Der Berner Regierungsrat will das auch. Aber er will es nicht gesetzlich verankern.

Im Kindergarten sollen Kinder Berndeutsch reden: So will es Erich Hess.

Im Kindergarten sollen Kinder Berndeutsch reden: So will es Erich Hess.

(Bild: Enrique Muñoz García)

Fabian Schäfer@FabianSchaefer1

Am Dienstag tat Erich Hess, wiedergewählter SVP-Grossrat aus Bern, das Unausweichliche kund: Im Juni, zum Legislaturstart des neuen Grossen Rats, beglückt er seine Kollegen und die Öffentlichkeit mit einem neuen Vorstoss mit dem Titel «Mundart im Kindergarten».

Zu diesem Schritt sieht sich Hess gezwungen, weil seine bisherigen Mundart-Vorstösse gescheitert sind. Da Grossräte ein bestimmtes Anliegen nur einmal pro Legislatur mit einem Vorstoss vorbringen dürfen, musste sich Hess bis jetzt gedulden, bis er das heisse Eisen wieder anpacken konnte.

Den ersten Vorstoss hatte Hess 2011 zurückziehen müssen, weil sonst auch die Kindergärten im Berner Jura schweizerdeutsch hätten geführt werden müssen. Wenig später reichte er den nachgebesserten Vorstoss wieder ein, der dann im Grossen Rat mit 110 zu 28 Stimmen versenkt wurde. Selbst in der SVP sagte eine prominent besetzte Minderheit Nein.

Man kann also nicht sagen, der Grosse Rat hätte Hess ermutigt, noch einmal einen Anlauf zu nehmen. Er tut es dennoch. Im Kindergarten, in dem man laut Regierung schon heute grösstenteils Mundart redet, würde man wohl von einem «Stürmi» sprechen. Fabian Schäfer

Berner Zeitung

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