Ein Lob auf Schweizer Werte - Festreden, Lampions und Höhenfeuer

Bei strahlendem Sommerwetter hat es an den Bundesfeierlichkeiten im Kanton Bern landauf, landab Politikerinnen und Politiker ans Rednerpult gezogen. Und sie waren sich vielfach einig: Die Schweiz darf ruhig etwas stolz sein auf sich.

Verwies an der Bundesfeier in St.Stephan auf Grundwerte wie Freieheit, Unabhängigkeit, Neutralität und direkte Demokratie: Nationalrätin und SVP-Vizepräsidentin Nadja Pieren.

Verwies an der Bundesfeier in St.Stephan auf Grundwerte wie Freieheit, Unabhängigkeit, Neutralität und direkte Demokratie: Nationalrätin und SVP-Vizepräsidentin Nadja Pieren.

(Bild: Keystone)

Freilich erklären sich die Politiker den Erfolg des Landes je nach Parteicouleur etwas anders. Nationalrätin und SVP- Vizepräsidentin Nadja Pieren verwies an der Bundesfeier in St. Stephan auf Grundwerte wie Freiheit, Unabhängigkeit, Neutralität und direkte Demokratie.

Sie sprach aber auch von Einschüchterungsversuchen, Angstmacherei und Drohungen von aussen und von Obrigkeiten. Rundherum heisse es dann, wenn die Schweiz nicht mitmache, erleide sie Nachteile. Davon dürfe man sich nicht blenden lassen.

Das habe das Volk vor 20 Jahren mit seinem Nein zum EWR-Beitritt bewiesen. Blicke man heute über die Grenzen in die krisengeschüttelte EU sei klar, dass die Schweiz mit ihrem eingeschlagenen Weg gut gefahren sei, betonte Pieren.

Solidarität und innerer Zusammenhalt

Die Burgdorfer SP-Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch bezeichnete die Solidarität und den inneren Zusammenhalt als «hohes Gut». Das demokratische System sei die Grundlage des Wohlstandes. «Es nimmt seine Bürgerinnen und Bürger mit und grenzt sie nicht aus».

In anderen Ländern, nur wenige Flugstunden von der Schweiz entfernt, gelte das Wohl aller nichts, Menschenrechte und Meinungsfreiheit würden mit Füssen getreten.

Trotzdem kämpften in solchen Ländern, allen vorab derzeit in Syrien, Menschen für Demokratie und Rechte. Der Schweizer Nationalfeiertag sei auch eine gute Gelegenheit, an diese Menschen zu denken und ihnen in Solidarität verbunden zu sein.

Viersprachiges im Berner Oberland

Im Freilichtmuseum Ballenberg im Berner Oberland kamen traditionsgemäss Vertreterinnen und Vertreter aus den vier Schweizer Sprachregionen zu Wort.

Der Bündner alt Nationalrat und designierte Landammann von Davos, Tarcisius Caviezel (FDP), sprach von seiner Liebe zu Traditionen. Doch er sehe auch den Wandel und die Veränderung als etwas Normales und Vitales an. Tradition schliesse Innovation nicht aus. «Im Gegenteil: Wenn Tradition und Innovation auf eine gute Art zusammenkommen, dann ergibt das eine unschlagbare Kombination».

SP-Nationalrätin Silvia Semadeni, Bündnerin italienischer Muttersprache, wünschte sich, dass sich die Schweiz ihrer Geschichte und ihrer Erfolge erinnert. «Nicht um sich in diesem Ruhm zu sonnen, sondern um die Kraft zu finden, an vordester Front einzustehen für eine demokratischere, solidarischere und ökologischere Welt».

Der französischsprachige Nationalrat Dominique de Buman (CVP) rief die Schweiz dazu auf, nicht immer nur gegen etwas zu kämpfen, sondern sich vielmehr für etwas einzusetzen. So werde die Schweiz auch in Zukunft nachhaltigen Wohlstand erleben.

Der Schwyzer SP-Nationalrat Andreas Tschümperlin lobte den Schweizer Minderheitenschutz. Damit die Schweiz ihre erfolgreiche Geschichte weiterschreiben könne, brauche es eine politische Streitkultur, in der die Minderheitsmeinung immer mitberücksichtigt werde.

«So schaffen wir gute, vielleicht sogar einzigartige Lösungen für unser Land. Lösungen, die in einer globalisierten Welt helfen, unsere eigene Identität zu behalten», sagte Tschümperlin.

Feuerwerke und Lampions

Zum Nationalfeiertag gehören bekanntlich nicht nur Reden, sondern auch Lampionumzüge, Feuerwerke und Folklore. In Interlaken etwa wird der Nationalfeiertag traditionell mit einem grossen Brauchtumsumzug gefeiert. In Bern wird ein Feuerwerk den Nachthimmel erleuchten.

Auf Hügeln und Bergen, allen voran im Berner Oberland, werden Höhenfeuer entzündet. Bereits zur Tradition geworden ist auch die Feuerschrift im Eriz. Dort steigen jeweils junge Burschen an die Nordflanke des Hohgants hoch und bringen mit Kunstharzfackeln den weithin sichtbaren Schriftzug «ERIZ» an.

chh/sda

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