Ein erster Schritt zum Neuanfang

Greng FR

Bei den Gemeinderatswahlen in Greng haben im ersten Wahlgang haben vier von elf Kandidierenden das absolute Mehr erreicht. Roland Wyler, der den kollektiven Rücktritt ausgelöst hatte, erzielte das schlechteste Resultat.

Die Freiburger Gemeinde Greng zählt 172 Einwohner.

Die Freiburger Gemeinde Greng zählt 172 Einwohner.

(Bild: Emanuel Ammon)

Greng hat vier neue Gemeinderäte: Michela Mordasini, Barbara Wüthrich, Rolf Laubscher und Markus Hediger. Sie erreichten gleich im ersten Wahlgang das absolute Mehr. Ein Sitz bleibt noch offen. Die Wahlen waren nötig geworden, weil der Gemeinderat seinen kollektiven Rücktrittper Ende April angekündigt hatte. Grund dafür waren zahlreiche Beschwerden gegen das Gremium.

Nicht mehr männerlastig

«Die Frauenpower ist nun auch in Greng angekommen», sagte Mordasini am Sonntagnachmittag. Die hohe Stimmbeteiligung von fast 82 Prozent zeige, dass die Bevölkerung die Wahl ernst genommen habe. Mordasini zeigte sich sehr erfreut über ihre Wahl und über das Ergebnis von Barbara Wüthrich, die auf derselben Liste kandidiert hatte. Wüthrich hat nur eine Stimme weniger erhalten als ihre Mitstreiterin Mordasini. «Ich freue mich riesig über das Vertrauen», sagte die Zweitplatzierte.

Rolf Laubscher hatte nicht erwartet, dass vier der insgesamt elf Kandidierenden sich gleich im ersten Wahlgang durchsetzen können. Er begrüsste, dass zwei Frauen gewählt wurden und der neue Gemeinderat somit nicht männerlastig sei. Ebenfalls freute er sich darüber, «dass keine polarisierenden Leute gewählt wurden». Markus Hediger hat «ein bisschen» mit seiner Wahl gerechnet. Obwohl er an der Spitze mehrerer Unternehmen steht, werde er ausreichend Zeit für das Amt des Gemeinderates haben.

Ruhe soll einkehren

Die vier neuen Gemeinderäte nennen ähnliche Ziele für den Beginn ihrer Amtszeit. «Wir wollen in Ordnung bringen, was in Ordnung zu bringen ist», sagt Wüthrich. «Danach schauen wir weiter.» Laubscher will wieder Ruhe in Greng schaffen, damit «wir zur Tagesordnung übergehen können». Hediger möchte als Gemeinderat «Visionen umsetzen und nicht nur verwalten». Die bestgewählte Mordasini wünscht sich die Durchführung einer Standortbestimmung der Gemeinde. «Das Rad will ich aber nicht neu erfinden.» Der bisherige Gemeinderat habe sehr gute Arbeit geleistet.

Wyler abgestraft

Für den fünften Sitz im Gemeinderat findet am 28. April ein zweiter Wahlgang statt mit Mirko Tomaszewski und Julia Helfer – wenn beide antreten. Tomaszewski sagt, dass er an seiner Kandidatur festhält. Er sei sehr glücklich und überwältigt vom Resultat. «Das Ergebnis ist genau so, wie ich es mir gewünscht hatte.»

Ob auch Helfer zum zweiten Wahlgang antritt, ist derzeit nicht bekannt. Sie wollte am Sonntag nicht auf ihr Resultat reagieren. Bereits vor dem Wahltag schrieb sie: «Egal, wie die Wahl ausgehen wird: Ich möchte nicht in der Öffentlichkeit stehen.» Mit ihrer Kandidatur habe sie zeigen wollen, dass sie bereit sei, «für ein neues und eigenständiges Greng zu kämpfen».

Auch Roland Wyler war am Sonntag nicht erreichbar. Der noch amtierende Gemeinderat machte vor allem ihn verantwortlich für die Querelen, die zum Eklat und zum Rücktritt in corpore geführt haben. Wyler und die anderen Kandidaten auf seiner Liste landeten auf den letzten Rängen – mit Ausnahme von Julia Helfer.

«Wir haben selten eine so hohe Stimmbeteiligung», sagt Rico Martinelli, noch Gemeindepräsident von Greng. Dies zeige, dass die Bürgerinnen und Bürger wollen, «dass es normal weitergeht und die Turbulenzen ein Ende nehmen». Die vier Gewählten könne er sich gut im Gemeinderat vorstellen. Kontinuität sei wichtig. «Denn wir haben die Lage im Griff.» Nach den Wahlen sollen wieder die Gemeinde und das Gemeindewohl im Zentrum stehen, wünscht sich Rico Martinelli.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt