Zum Hauptinhalt springen

Eduard Knecht muss sein Büro räumen

Der vollamtliche Wohlener Gemeindepräsident Eduard Knecht (FDP) ist abgewählt worden. In der Stichwahl schwang sein Herausforderer Bänz Müller (SP plus) mit über 400 Stimmen Vorsprung deutlich obenaus.

Hans Ulrich Schaad
Strahlender Sieger: Bänz Müller (SP plus) wurde am 8. Dezember 2013 zum neuen Gemeindepräsidenten von Wohlen gewählt.
Strahlender Sieger: Bänz Müller (SP plus) wurde am 8. Dezember 2013 zum neuen Gemeindepräsidenten von Wohlen gewählt.
Bänz Müller wurde mit über 400 Stimmen Vorsprung gewählt...
Bänz Müller wurde mit über 400 Stimmen Vorsprung gewählt...
...und erhält zahlreiche Gratulationen.
...und erhält zahlreiche Gratulationen.
Bänz Müller (Mitte) nimmt die Gratulationen des noch amtierenden Gemeindepräsidenten Eduard Knecht entgegen.
Bänz Müller (Mitte) nimmt die Gratulationen des noch amtierenden Gemeindepräsidenten Eduard Knecht entgegen.
1 / 6

Gemeindeschreiber Thomas Peter machte es am Sonntagnachmittag spannend. Als er im Wohlener Gemeindehaus die Resultate der Stichwahl bekannt gab, sagte er zuerst nur die Stimmenzahl. 2151 zu 1748 lautete das Verhältnis. Als der Gemeindeschreiber den Zahlen noch die Namen zuordnete, brach im hinteren Teil der Empfangshalle grosser Jubel aus. Dort hatte Herausforderer Bänz Müller mit seinen Anhängern gespannt auf das Ergebnis gewartet.

Bei den Bürgerlichen war dagegen die Konsternation gross. Mittendrin Eduard Knecht, der quasi vor seinem Büro erfahren musste, dass das Stimmvolk ihn abgewählt hatte. In drei Wochen steht der 59-Jährige ohne Job da.

Alle miteinbeziehen

«Das Resultat ist ein extremer Aufsteller», sagte Müller in einer ersten kurzen Reaktion. Er dachte dabei auch an den Verlierer Eduard Knecht, für den es ein «sehr schwieriger» Moment sein müsse. Müller erklärte, dass er in den nächsten vier Jahren die bestmögliche Lösung für alle finden wolle. «Dazu brauche ich die gesamte Bevölkerung, damit wir gemeinsam am Karren ziehen.»

Bänz Müller hatte in der Stichwahl mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen gerechnet, zumal er gegen einen Bisherigen angetreten sei. Und was hat den so klaren Ausschlag zu seinen Gunsten gegeben? «Ich weiss es nicht», sagte Müller. «Es war wohl eine Personenwahl. Ich bin beruflich und politisch in der ganzen Gemeinde aktiv und bekannt», versuchte er zu deuten.

Knechts Zukunft noch offen

Eduard Knecht war sichtlich enttäuscht. In einer kurzen emotionalen Ansprache gratulierte er seinem Herausforderer Bänz Müller herzlich und bedankte sich bei seinem Wahlteam sowie seinen Wählern. Knecht hofft, dass im nächsten Jahr in der Politik wieder Ruhe einkehre, denn in Wohlen würden viele Herausforderungen warten. Ob er politisch aktiv bleiben werde, liess Knecht, der in den Gemeinderat gewählt worden war, gestern noch offen. «Ich werde mich mit meiner Familie zurückziehen und darüber nachdenken, wie meine private und politische Zukunft aussieht», sagte Eduard Knecht mit leicht stockender und zittriger Stimme.

Der neue Gemeindepräsident freut sich auf die Aufgabe, um gleich anzufügen: «Es ist eine grosse Herausforderung.» Als wichtigste Aufgaben, die er rasch anpacken will, bezeichnet Müller die Wohnbaupolitik, die Finanzen und die Energiepolitik sowie die Strukturen mit dem vollamtlichen Präsidium. Ein grosses Anliegen ist ihm der Einbezug der Wahlverlierer. «Rund 45 Prozent haben Edy Knecht gewählt. Das muss ich ernst nehmen.»

Übergangsphase

Der 46-jährige Primarlehrer wird jetzt sofort seine Stelle an der Schule in Uettligen kündigen. Es werde wohl eine Übergangsphase geben. «Ich will die Verantwortung gegenüber meinen Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern wahrnehmen», betonte Müller. Die Details seien aber noch nicht geregelt.

Viel Zeit, mit seiner Partei zu feiern, hatte Bänz Müller nicht. Am Abend trat seine jüngste Tochter mit der Musikschule in Kirchlindach auf. Die 13-Jährige spielt Klavier, ihr Vater politisch bald die erste Geige.

Dieser Artikel wurde automatisch auf unsere Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch