Diese Hoteliers sind ohne die grossen Buchungsportale erfolgreich

Prix SVC

Brigitte und Christian Hoefliger-von Siebenthal führen das Romantikhotel Hornberg in Saanenmöser seit 16 Jahren. Sie setzen auf Stammgäste und verweigern sich Buchungsportalen.

Zum Hotel gehören mehrere Chaletgebäude. Christian und Brigitte Hoefliger-von Siebenthal wollen mit Gastfreundschaft überzeugen statt mit unklarer Rabattpolitik. Fotos: Hannes Niederkofler

Zum Hotel gehören mehrere Chaletgebäude. Christian und Brigitte Hoefliger-von Siebenthal wollen mit Gastfreundschaft überzeugen statt mit unklarer Rabattpolitik. Fotos: Hannes Niederkofler

Rahel Guggisberg

Wer einkehrt im Hotel Hornberg, das für den Unternehmerpreis Prix SVC Espace Mittelland nominiert ist, sucht nicht den Glamour von Gstaad, sondern ein bodenständiges Landhaushotel. Gelegen ist es am Dorfrand von Saanenmöser, zehn Autominuten entfernt von Gstaad.

Zum Skilift und zur Skischule sind es wenige Schritte. Im Viersternhaus ist die Ambiance entspannt. «Willkommen im Hornberg», sagt Hotelier Christian Hoefliger-von Siebenthal. Regelmässig steht er an der Réception. «Das Beste an unserem Hotel sind unsere Gäste», sagt er. Es seien äusserst spannende Menschen, aber niemand sei abgehoben.

Die Gäste verbringen die wertvollsten Tage des Jahres, nämlich ihre Ferien, im Hotel. «Ihre Bedürfnisse stehen ganz im Mittelpunkt», sagt er zu seinem Erfolgsrezept. Er und seine Frau Brigitte würden alles tun, damit sich jeder persönlich angesprochen fühle und sich optimal erholen könne.

Darum trifft man die beiden morgens während des Frühstücks an, wenn sie Gästen Kaffee servieren und Tipps für den Tag geben, oder am Abend, wenn sie Gäste beraten, welchen Wein sie trinken könnten. Brigitte Hoefliger-von Siebenthal kümmert sich neben der Arbeit im Hotel auch um ihre beiden Buben im Alter von 11 und 13 Jahren.

Jung Hoteliers geworden

Der Aargauer mit Schwyzer Wurzeln und die Saanerin lernten sich 1998 an der Hotelfachschule in Luzern kennen. Im Alter von 25 respektive 27 Jahren übernahmen sie 2003 den Familienbetrieb in dritter Generation. Das Hornberg wurde 1936 von Brigittes Grosseltern gegründet: Werner und Helene von Siebenthal eröffneten die Pension Hornberg damals mit 24 Betten. Im Jahr 1970 übernahmen den Betrieb Elisabeth und Peter von Siebenthal-Wild.

Zum Hotel gehören mehrere Chaletgebäude.

Finanziell sind Generationenwechsel oft nicht einfach. Christian Hoefliger-von Siebenthal sagt aber: «Die drei Schwestern von Brigitte hatten einen ganz grossen Anteil daran, dass die Nachfolgeregelung so reibungslos erfolgte. Ansonsten wäre dies nicht möglich gewesen.»

Viele und grosse Investitionen standen damals an. In den letzten16 Jahren wurde fast alles umgebaut: die Küche, das Hallenbad, die Bar und die Zimmer. Auch das Restaurant: «Es ist super, waren wir so jung. Das Risiko hätten wir mit 35 Jahren wohl nicht mehr auf uns genommen», sagt Christian Hoefliger-von Siebenthal.

Die Hotelanlage umfasst das 1936 erbaute Chalet und diverse neue, damit verbundene Gebäude im gleichen Baustil. Das Hotel hat 40 Einheiten, darunter Einzel- und Doppelzimmer, Juniorsuiten und grosse Familienappartements. Von der Sonnenterrasse aus hat man einen Panoramablick auf die Bergwelt des Saanenlandes.

Viele Schweizer Stammgäste

Der grösste Teil der Gäste reist aus der Schweiz an. Es sind rund 70 Prozent. Auf Portalen wie Booking.com oder Trivago sucht man das Hotel vergebens. «Wir haben uns bewusst dagegen entschieden», sagt Brigitte Hoefliger-von Siebenthal: «Wir sind damit zu 100 Prozent unabhängig, und die eingesparten Kommissionen können wir vollumfänglich reinvestieren.» Viele Kunden seien Stammgäste. «Das Ziel ist immer, dass sie sich in einem solchen Masse wohl fühlen, dass sie wiederkommen und uns weiterempfehlen.»

Zudem: Die Zimmer in dem Viersternhotel kosten für alle Gäste gleich viel. «Wir verfolgen eine sehr transparente Preispolitik mit sehr kleinen Schwankungen zwischen absoluter Höchstsaison und ruhigeren Tagen», sagt der Hornberg-Hotelier.

Das Branchenumfeld ist schwierig: «Die grossen Herausforderungen der Zukunft sind sicherlich die hohen Gestehungskosten in der Schweiz verbunden mit dem Preisdruck auf dem Markt und der Fachkräftemangel.» Bei der Auswahl zähle die Sozialkompetenz viel: «Die Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital.

Nur wenn sie glücklich sind, können sie ihr Bestes geben für den Kunden.» Das Personal geniesse darum viele Freiräume: «Uns ist es lieber, wenn ein Mitarbeiter auf seine eigene Art freundlich ist, als wenn er dem Gast mit austauschbaren Floskeln begegnet», sagt Christian Hoefliger-von Siebenthal.

Er und seine Frau arbeiten oft sieben Tage die Woche. Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern und der Kontakt zu den Gästen gäben ihm immer wieder Energie für neue Projekte. Als Nächstes steht ein weiterer Umbau an. Die Zimmer werden renoviert, ein grosser Teil der Bodenbeläge, einige Fassaden und ein Teil des Restaurants.

Berner Zeitung

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