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«Die Polizei, dein Feind und Fallensteller»

Die Polizei will bei Tempoüberschreitungen weniger Toleranz walten lassen. Diese Nachricht kommt bei unseren Lesern nicht gut an. «Abzockerei!», ist oft zu lesen.

Ab dem 1.September reduziert die Kantonspolizei die Toleranz bei Radarkontrollen auf das gesetzlich vorgeschriebene Minimum.
Ab dem 1.September reduziert die Kantonspolizei die Toleranz bei Radarkontrollen auf das gesetzlich vorgeschriebene Minimum.
Andreas Blatter
Zum Beispiel: Wer heute innerorts mit 57 km/h fährt, wird nicht gebüsst. Künftig muss er bezahlen.
Zum Beispiel: Wer heute innerorts mit 57 km/h fährt, wird nicht gebüsst. Künftig muss er bezahlen.
Keystone
Geld sei jedoch nicht der Grund für die Änderung, sagt Fichter. Es gäbe schlicht keine sachliche Rechtfertigung für die zusätzliche Toleranz. «Sie waren blosse Tradition.»
Geld sei jedoch nicht der Grund für die Änderung, sagt Fichter. Es gäbe schlicht keine sachliche Rechtfertigung für die zusätzliche Toleranz. «Sie waren blosse Tradition.»
Keystone
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Ab dem 1.September reduziert die Kantonspolizei die Toleranz bei Radarkontrollen auf das gesetzlich vorgeschriebene Minimum (siehe Bildstrecke). Diese Nachricht sorgt unter unseren Lesern für Diskussionen. Über 80 Kommentare gingen ein.

Für die meisten Kommentatoren ist klar: Es geht der Polizei einzig und allein ums Geld. «Einmal mehr staatliche Abzocke ohne erzieherische Wirkung», schreibt etwa Markus Gfeller. Und Remond Fischer meint: «Schön für den Kanton Bern, so ein kleines Finanzviagra.» Christophe Oberrauch bringt den allgemeinen Tenor auf den Punkt: «Ganz verwundert und entrüstet stellt man fest, dass der Spruch ‹Die Polizei, dein Freund und Helfer› zu ‹Die Polizei, dein Feind und Fallensteller› mutiert.»

«Wer vorschriftsgemäss fährt, kriegt sowieso keine Busse»

Die erwarteten Mehreinnahmen seien nicht der Hauptgrund für die Änderung, sagt Polizeisprecher Michael Fichter. Es gäbe keine sachliche Rechtfertigung für die freiwillige Toleranz. Einige Kantone haben die Toleranzen bereits abgeschafft, andere noch nicht. In erster Linie verspreche sich die Kantonspolizei von der Abschaffung der «geschenkten» Toleranzen die Gleichbehandlung aller Autolenker. Sie hofft zudem, dass Autofahrer gerade innerorts ihr Verhalten anpassen.

Die Sicherheit werde nicht erhöht, wenn man die freiwillige Toleranz streiche, finden Leser. Patrick Schwarzenbach zum Beispiel hält die «fadenscheinige Begründungen» für «lachhaft». Einige Kommentatoren fordern, die Polizei solle sich lieber «um wahre Verbrecher kümmern», wie es Lukas Müller ausdrückt. Raser werden als Beispiel genannt, solche die während dem Autofahren telefonieren, oder Velofahrer, die sich nicht an die Regeln halten.

Kommentare, wie jener von Ingrid Eggenschwiler, sind selten: «Ich weiss gar nicht, warum sich manche dermassen aufregen. Wer vorschriftsgemäss fährt, kriegt sowieso keine Busse. Punkt.»

Ein Schmunzler lieferte Leserin Isabel Huber mit dem Kommentar: «Rasen ist freiwillig!!» Als sie ein anderer Kommentator sie darauf hinwies, dass es nicht um Raser gehe, korrigierte sie: «Das Übertreten der erlaubten Höchstgeschwindigkeit ist freiwillig! :-)»

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