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Die Junge SVP fordert Tempo 140

Zwischen Lyss und Schönbühl will die Junge SVP des Kantons Bern Tempo 140 testen lassen. Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) sagt nicht gleich Nein.

Auf dieser Geraden vor Lyss möchte die Junge SVP 140 km/h fahren.
Auf dieser Geraden vor Lyss möchte die Junge SVP 140 km/h fahren.
PD

Es ist der jüngste Versuch, die Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn zu erhöhen. Die Junge SVP des Kantons Bern forderte gestern in einer Medienmitteilung, auf dem Autobahnabschnitt zwischen Schönbühl und Lyss in beiden Richtungen die Limite 140 km/h zu testen. Auf Anfrage bestätigt Co-Parteipräsident Adrian Spahr, dass der Vorstoss kein Sommerlochjux sei.

Ist schneller auch flüssiger?

Spahr, von Beruf Kantonspolizist, argumentiert, dass es bei Tempo 140 weniger Geschwindigkeitsüberschreitungen gäbe, die heute geltenden 120 km/h würden von vielen Automobilisten nicht eingehalten.

Bei einem höheren Tempo werde der Verkehr flüssiger und – wenn man die Abstandsregeln einhalte – auch nicht gefährlicher, ist Spahr überzeugt. 1980 habe man Tempo 120 als temporäre Massnahme eingeführt, seither habe die Technik grosse Fortschritte gemacht. Es gebe Bremsassistenten, und der CO2 der Motoren sei so gesenkt worden, dass eine Tempoerhöhung die Umwelt kaum mehr belaste.

Den Abschnitt Schönbühl– Lyss schlage man vor, weil dort im Schnitt weniger Autos und vor allem weniger Lastwagen verkehren, sagt Spahr. Weil das Autobahnstück als Kantonsstrasse gilt, richtet die Junge SVP ihre Forderung an die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern. Obwohl laut Thomas Rohrbach, Sprecher des Bundesamts für Strassen Astra, der Bundesrat die Höchstgeschwindigkeiten festlege.

Neuhaus lässt intern prüfen

SVP-Regierungsrat Christoph Neuhaus, neuer kantonaler Verkehrsdirektor, hält den Vorstoss auf Anfrage für interessant. «Ich stelle nicht gleich hektisch Tempo-140-Tafeln auf, aber ich lasse von den Experten meiner Direktion intern abklären, was auf dem Strassenstück für und gegen eine Tempoerhöhung spricht», sagt Neuhaus. Je nachdem suche man dann das Gespräch mit den Bundesbehörden.

Üblicherweise reagiert ein Regierungsrat auf einen offiziellen Vorstoss im Kantonsparlament und nicht auf eine Parteimeldung. «Ich gehe auch Bürgeranliegen nach», erwidert Neuhaus. Und er dementiert, dass er dieses Anliegen bloss prüfe, weil es aus den Reihen seiner SVP kommt.

Was sagen die Fachleute zum Vorstoss? «Die Unfallforschung belegt: Je schneller man fährt, umso wahrscheinlicher und schwerwiegender sind die Unfälle», erklärt Marc Kipfer, Sprecher der Beratungsstelle für Unfallverhütung BfU. Und Astra-Sprecher Rohrbach weiss, dass bei viel Verkehr ein tieferes Tempo den Verkehrsfluss erhöhe. Ein höheres Tempo aber verursache mehr Stau.

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