Zum Hauptinhalt springen

Die Gesundheitsdirektion gehört endlich in andere Hände

In Philippe Perrenouds Gesundheitsdirektion steckt der Wurm drin: Fast im Monatstakt gelangen Missstände ans Licht der Öffentlichkeit. Die neue Regierung tut deshalb gut daran, nach den Wahlen Verantwortung zu übernehmen.

In Philippe Perrenouds Gesundheitsdirektion steckt der Wurm drin: Fast im Monatstakt gelangen Missstände ans Licht der Öffentlichkeit. Die Befürchtung, dabei könnte es sich nur um die Spitze des Eisbergs handeln, scheint berechtigt. Pleiten und Pannen sind der rote Faden, an dem sich der bernjurassische SP-Regierungsrat durch mittlerweile zwei Legislaturen hangelte.

Tatsächlich ist die Liste der Probleme lang: Die Erstellung der Spitalliste führte ins Chaos, der erste Entwurf des neuen Spitalgesetzes scheiterte, ebenso die Entlassung des UPD-Psychiatrieprofessors Werner Strik, die dafür zur Absetzung von UPD-Direktorin Regula Mader führte. Und beim Spitalfonds sowie beim Budget 2014 leistete sich Perrenouds Direktion Fehlprognosen in Millionenhöhe. Der neuste Vorwurf: ein Alters- und Behindertenamt, das seit Jahren im Behindertenbereich weder steuert noch seiner gesetzlichen Kontrollpflicht genügend nachkommt.

Sicher, die Gesundheitsdirektion ist eine der grössten und kompliziertesten des Kantons Bern. Und auch anderswo gibt es Probleme. So in der Polizei- und Militärdirektion von FDP-Regierungsrat Hans-Jürg Käser. Dort sorgten vor allem das Asylamt und das Amt für Freiheitsentzug für Schlagzeilen. Angesichts der nahen Regierungsratswahlen überraschen diese Indiskretionen nicht.

Allerdings ist das Ausmass der Missstände in Perrenouds Direktion beispiellos. Dass der Gesundheitsdirektor die Dinge zu oft und zu lange schlittern liess und als Krisenmanager meist eine schlechte Figur machte, trug nicht zur Verbesserung der Lage bei. Auch nicht, dass er in der Regierung oft allein dasteht. Böse Zungen behaupten zudem, Perrenoud falle eher durch hehre politische Ideen denn durch straffe und effiziente Verwaltungsführung auf.

Dennoch greift es zu kurz, Perrenoud allein die Probleme anzulasten. Angesichts des Ausmasses ist davon auszugehen, dass in der seit 1976 von der SP geführten Direktion schon lange einiges im Argen ist. Kein Wunder, wirken doch dort seit beinahe 40 Jahren stets die gleichen Seilschaften und Anschauungen. Die neue Regierung tut deshalb gut daran, nach den Wahlen Verantwortung zu übernehmen und die Gesundheitsdirektion endlich in andere Hände zu legen.

Mail: andrea.sommer@bernerzeitung.ch

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch