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Die Folgen von HarmoS für Bern

Die Schule zu harmonisieren ist für den Kanton Bern keine Hexerei, wie Erziehungsdirektor Bernhard Pulver gestern ausführte.

«Schule zu harmonisieren ist für den Kanton Bern keine Hexerei»: Erziehungsdirektor Bernhard Pulver.
«Schule zu harmonisieren ist für den Kanton Bern keine Hexerei»: Erziehungsdirektor Bernhard Pulver.
Adnreas Blatter

Das bernische Schulsystem werde durch HarmoS nicht auf den Kopf gestellt. Dies betonte Erziehungsdirektor Bernhard Pulver gestern im Rahmen eines Anlasses der Pädagogischen Hochschule Bern (PH) zur Schulharmonisierung. Vergangenen September stimmte die Berner Bevölkerung HarmoS zu. «Es ist ein bescheidenes Programm», sagte Pulver in seinem Referat. «Das knappe Ja zum HarmoS-Konkordat hat mich deshalb überrascht.»

Eingangsstufe

Gemäss HarmoS gehört der Kindergarten zur 11-jährigen Volksschulzeit. Das Stichdatum für den Eintritt wird von Ende April auf Ende Juli verschoben. Die Kantone können selbst bestimmen, wie die ersten Jahre geregelt werden, drei Varianten sind möglich:

  • 2 Jahre obligatorischer Kindergarten, dann Übertritt ins heutige 1.Schuljahr.
  • 3 Jahre Grundstufe, dann Übertritt ins heutige 2.Schuljahr.
  • 4 Jahre Basisstufe, dann Übertritt ins heutige 3.Schuljahr.

Der Kanton Bern werde bei der Revision des Volksschulgesetzes im Jahr 2012 die Eingangsstufe (Kindergarten und erste zwei Schuljahre) regeln, sagte Pulver. Derzeit fänden Versuche zur Basisstufe statt. «Die Erfahrungen damit sind ausgezeichnet.» Die Übergänge würden menschlicher gestaltet, das Lerntempo könne individuell angepasst werden, Sozialkompetenzen würden gestärkt und Integrationsleistungen verbessert. «Meines Erachtens soll eine freiwillige Einführung der Basisstufe möglich werden», so Pulver.

Lehrpläne

Auf grössere Umstellungen müssen sich die Lehrer bei den zwei neuen Lehrplänen gefasst machen, die im Rahmen von HarmoS erarbeitet werden – einer für die Deutschschweiz, einer für das Welschland. Wie Pulver ausführte, soll der Deutschschweizer Lehrplan 2012 zur Vernehmlassung bereit sein. Martin Fischer, Schulratspräsident der PH, legte in seiner Ansprache gestern dar, dass die Kantone im Frühling über die Teilnahme am Erarbeiten des Deutschschweizer Lehrplans entscheiden. «Es ist klar, dass Bern mitarbeiten wird», sagte er. Die vorgesehenen Schulfächer und Inhalte entsprechen gemäss Pulver weitgehend dem heute gültigen Berner Lehrplan aus dem Jahr 1995. Der Plan d’études romand ist weiter fortgeschritten, er soll 2011 für den Kindergarten und die Volksschule in Kraft treten.

Bildungsstandards

In den vier Fachbereichen Schulsprache, Fremdsprachen, Mathematik und Naturwissenschaften wird national festgelegt, was die Schüler am Ende der zweiten, sechsten und neunten Klasse beherrschen müssen. Pulver nannte ein Beispiel: Für die Fremdsprachen sei beschrieben, dass die Schüler der heutigen sechsten Klasse kurze, konkrete Mitteilungen verstehen können. Kathrin Kramis, Leiterin des Instituts für Weiterbildung an der PH, zeigte in ihrem Referat den Zeitplan auf: «Wir stehen unmittelbar vor der Veröffentlichung der erarbeiteten Bildungsstandards», sagte sie.

Fremdsprachen

In der Volksschule sollen zwei Fremdsprachen gelehrt werden, im Kanton Bern zuerst Französisch, dann Englisch. Ab 2011 wird der Französischunterricht in die dritte Klasse vorverlegt. Dieser Beschluss besteht im Kanton schon lange und wird nun auch von HarmoS gefordert. Eine Verschiebung auf nach 2011 lehnte der Grosse Rat ab, was Pulver begrüsst. Man könne nicht Reformen vorwärtstreiben und dann wieder stoppen. «Ich will kein Hüst und Hott mehr.» Einmal mehr machte der Erziehungsdirektor gestern deutlich, dass er nicht zu viel Unruhe in die Schule bringen will. «Weniger Strukturveränderungen, stattdessen pädagogische Weiterentwicklung» sei das Ziel.

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