Die europäische Krimizunft lässt in Bern Blut fliessen

In den Kantonen Bern und Solothurn wird gemordet, was das Zeug hält. Bis Sonntag steht die ganze Region im Zeichen des Krimis, das grösste Krimifestival Europas wird am Mittwoch eröffnet: die Criminale.

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Friedrich Glauser zu Ehren findet das grösste Krimifestival Europas dieses Jahr in der Schweiz statt. Glauser, der als Vater des deutschsprachigen Kriminalromans gilt, ist vor 75 Jahren verstorben. Rund 100 Veranstaltungen mit mehr als 200 Krimiautoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz feiern von heute Mittwoch bis kommenden Sonntag die Lust am Krimi in den Städten Bern, Solothurn, Thun und Burgdorf. Aber nicht nur. Im Vorfeld der Criminale forderten die Organisatoren des Festivals 20 renommierte Krimiautoren aus der Schweiz und dem angrenzenden Ausland auf, an je einem anderen Ort in der Region zu recherchieren und ihrer mörderischen Fantasie freien Lauf zu lassen.

Entstanden ist ein Buch mit 20 Kurzkrimis, die Anthologie «Berner Blut». Während der Criminale präsentieren die Autoren an einer Lesung vor Ort ihre Geschichte aus dem Buch und stellen sich so dem Publikum, das sie in kriminelle Machenschaften verwickelt haben.

Wie liest sich das, wenn ein ortsfremder Autor einen Krimi für ein Dorf wie Münsingen oder Kehrsatz schreibt? Wie treffend ist die Region wiedergegeben? Wie viel Spannung lässt sich in rund zehn Seiten packen? Wir haben die Kurzkrimis gelesen. Von Balsthal bis Zollikofen, von Meiringen bis Büren, von Ligerz bis Melchnau: Entstanden ist eine Landkarte der Mordlust, die zeigt, wo das Bernerblut fliesst. Doch aufgepasst, nicht immer gibt es Tote, nicht immer einen Mörder.

Zunächst aber heisst es heute Abend: Bühne frei für den Vater des Kriminalromans. Die Criminale wird in Solothurn mit einer Soiree eröffnet, die Friedrich Glauser gewidmet ist. Mit dabei sind der erste Schweizer «Tatort»-Kommissar Laszlo Kish und die Glauser-Expertin Christa Baumberger.

Anthologie: «Berner Blut», Die Anthologie zur Criminale 2013, Gmeiner-Verlag, 309 Seiten.

ass/Berner Zeitung

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