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Deutlich mehr Verkehrstote im Kanton Bern

Auf den bernischen Strassen sind im vergangenen Jahr 62 Menschen ums Leben gekommen. Das ist deutlich mehr als im Vorjahr, als es mit 37 Verkehrstoten noch einen historischen Tiefwert gab.

js
Auf der Hauptstrasse zwischen Häusernmoos und Dürrenroth ereignete sich im Januar ein schwerer Unfall zwischen einem dabei schwarzen Opel und einem Lastwagen. Ein junger Mann starb beim Unfall.
Auf der Hauptstrasse zwischen Häusernmoos und Dürrenroth ereignete sich im Januar ein schwerer Unfall zwischen einem dabei schwarzen Opel und einem Lastwagen. Ein junger Mann starb beim Unfall.
Thomas Peter
Eine Frontalkollision forderte in Steffisburg im Juni zwei  Todesopfer und einen Schwerverletzten.
Eine Frontalkollision forderte in Steffisburg im Juni zwei Todesopfer und einen Schwerverletzten.
Markus Hubacher
In Worb wurde im November ein Schüler auf dem Fussgängerstreifen überfahren. Der Fahrer flüchtete, konnte von der Polizei später aber angehalten werden.
In Worb wurde im November ein Schüler auf dem Fussgängerstreifen überfahren. Der Fahrer flüchtete, konnte von der Polizei später aber angehalten werden.
Walter Pfäffli
Gedenkstätte für den verunglückten Bub im Kappelisacker in Ittigen. Er wurde anfangs November überfahren.
Gedenkstätte für den verunglückten Bub im Kappelisacker in Ittigen. Er wurde anfangs November überfahren.
Iris Andermatt
Im November gab es auf der A8 in der Krattighalde eine Frontalkollision. Das Auto des Unfallverursachers, und im Hintergrund der Lieferwagen, dessen Heck auf den Bahngleisen liegen blieb. Die Beifahrerin des Unfallverursachers erlag noch auf der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. Vier weitere Personen wurden verletzt.
Im November gab es auf der A8 in der Krattighalde eine Frontalkollision. Das Auto des Unfallverursachers, und im Hintergrund der Lieferwagen, dessen Heck auf den Bahngleisen liegen blieb. Die Beifahrerin des Unfallverursachers erlag noch auf der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. Vier weitere Personen wurden verletzt.
Bruno Petroni
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Doch auch der Durchschnitt der letzten fünf Jahre wurde 2011 mit einer Zunahme von 33 Prozent deutlich überschritten, wie die Kantonspolizei Bern am Dienstag mitteilte. Gestiegen sind auch die Zahlen der verletzten und schwerverletzten Personen.

So wurden auf den bernischen Strassen 3199 Personen verletzt, rund Hundert mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Schwerverletzten stieg um 9,3 Prozent auf 575. Rückläufig war dagegen lediglich die Gesamtzahl der Unfälle, die um 308 auf 6264 sank.

Alle Bereiche betroffen

Eine spezifische Ursache für die Zunahme bei den tödlichen Unfällen und den Verletzten fand die Polizei nicht. «Die Zunahme betrifft alle Bereiche», sagte Peter Sieber, Chef Verkehr der Kantonspolizei, auf Anfrage.

Zu den Hauptursachen zählten aber die Unaufmerksamkeit und die Überforderung in der zunehmenden Verkehrsdichte. Ausserdem werde es zum Teil salonfähig, gewisse Regeln zu missachten, sagte Sieber. Dazu zählt er etwa das Telefonieren beim Autofahren. Gefährlich wird es auch, wenn Autofahrer mit zu geringem Abstand Velofahrer überholen.

Verschiedene Ursachen

Gemäss der Statistik war knapp ein Viertel der Getöteten nicht angegurtet beziehungsweise ohne Helm unterwegs. In 8,7 Prozent der tödlichen Unfälle hielten die Autos nicht vor Fussgängerstreifen.

Nach wie vor eine wichtige Ursache ist die überhöhte Geschwindigkeit. Sie kostete im vergangenen Jahr 14 Personen das Leben. Bei drei tödlichen Unfällen war Alkohol im Spiel.

Generell gehörten zu den häufigsten Unfallursachen auch das zu nahe Aufschliessen und das Missachten des Vortritts. Auf den Autobahnen ist nach wie vor der ungenügende Abstand die wichtigste Unfallursache.

Senioren verursachten 35,4 Prozent aller tödlichen Unfälle, wie aus der Statistik weiter hervorgeht. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer Zunahme von 15,4 Prozent.

Deutlich gestiegen ist die Zahl der tödlich Verletzten bei den Velo- und Motorradfahrern: von 12 auf 25 Personen. Allein bei den Radfahrern nahm die Zahl von 4 auf 11 zu. Bei den E-Bikes stieg die Zahl der Verunfallten von 20 auf 46, wobei erstmals eine Person tödlich verletzt wurde.

Mehr Kontrollen und Präsenz

Die Polizei reagierte bereits im vergangenen Jahr auf die vielen Unfälle auf den Berner Strassen und verstärkte die präventiven und repressiven Massnahmen, wie sie in ihrer Mitteilung schreibt.

Nach drei tödlichen Verkehrsunfällen an einem Tag Anfang November hatte die Polizei eine Kampagne zur Sensibilisierung gestartet. Sie erhöhte damals insbesondere die Präsenz an den Fussgängerstreifen. Auch im laufenden Jahr seien Kontrolle und Präsenz auf den Strassen erheblich erhöht worden, schreibt die Kantonspolizei.

«Wir hoffen, dass das Jahr 2011 ein negativer Ausreisser war», sagt Sieber. Der Start ins neue Jahr lasse ein wenig Zuversicht aufkommen. In den ersten Monaten 2012 gab es im Vergleich zur Vorjahresperiode weniger Unfälle, Verletzte und Tote auf den Strassen des Kantons Bern.

(SDA)

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