Deutlich mehr minderjährige Asylsuchende

Im Kanton Bern leben aktuell fast doppelt so viele unbegleitete minderjährige Asylsuchende wie üblich. Deshalb braucht es zusätzliche Mittel.

Weil viele unbegleitete minderjährige Asylsuchende im Kanton Bern ankommen, braucht es einen Zusatzkredit.<p class='credit'>(Bild: Archivbild BZ/Susanne Keller)</p>

Weil viele unbegleitete minderjährige Asylsuchende im Kanton Bern ankommen, braucht es einen Zusatzkredit.

(Bild: Archivbild BZ/Susanne Keller)

Im Kanton Bern leben aktuell fast doppelt so viele unbegleitete minderjährige Asylsuchende wie üblich. Nun reichen die ursprünglichen Mittel für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen nicht mehr. Das Kantonsparlament muss deshalb im März über einen Zusatzkredit befinden.

Für die kommenden beiden Jahre sollen deshalb je 3,3 Millionen Franken zusätzlich gesprochen werden. Die grossrätliche Sicherheitskommission beantragt dem Parlament mit zehn zu fünf Stimmen, den Zusatzkredit anzunehmen. Für eine Minderheit der Kommission sind die Kosten zu hoch und die aktuelle Unterbringungssituation unbefriedigend.

Die Sicherheitskommission zeigte sich in einer Mitteilung vom Dienstag besorgt über die Zunahme von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden, abgekürzt UMAs.

Die Zunahme bei den Minderjährigen geht einher mit dem generell starken Zustrom von Asylsuchenden aus Ländern wie Syrien oder Eritrea.

140 statt 70

Im Kanton Bern leben aktuell rund 140 UMAs, fast doppelt so viele wie üblich, wie Kommissionspräsident Markus Wenger (EVP/Spiez) auf Anfrage ausführte. Die ursprünglichen Mittel von 3,6 Millionen Franken pro Jahr wurden auf der Basis von rund 70 UMAs gesprochen.

Erst im vergangenen September hatte das Kantonsparlament den ursprünglichen Beitrag gesprochen - allerdings nur für zwei statt für fünf Jahre. Schon damals zeigte sich der Grosse Rat nicht restlos überzeugt vom Konzept zur Unterbringung der UMAs im Kanton Bern. Für die Jahre ab 2017 sollten weitere Varianten erarbeitet werden, lautete der Auftrag.

Derzeit würden intensive Diskussionen über Alternativen und Varianten geführt, sagte Wenger. Ziel sei eine qualitativ gute Betreuung, die nicht zu teuer sei. Die Resultate werden dem Parlament dereinst zusammen mit dem Kredit für die Jahre ab 2017 zur Debatte vorgelegt.

Der Kanton Bern bietet derzeit in der Bärau im Emmental und in Belp zwei Zentren für maximal 98 UMAs an. Die übrigen Jugendlichen werden in Pflegefamilien untergebracht.

Schule als wichtiges Anliegen

Jedes Jahr stellen in der Schweiz mehrere hundert Jugendliche, die ohne Begleitung anreisen, ein Asylgesuch. Eine Gruppe von ihnen hatte Anfang vergangenen November eine Charta mit ihren Anliegen verfasst und dem Bundesamt für Migration übergeben.

Zu den Wünschen der Gruppe gehörte, dass UMAs in der Schweiz so rasch wie möglich in öffentliche Schulen gehen können oder dass sie durch einen Beistand begleitet werden.

cla/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt