«Der Standort Meinisberg ist nach wie vor aktuell»

Für Regierungsrat Christoph Neuhaus bedeutet der Grossratsentscheid zwar zurück auf Feld eins. Damit sei Meinisberg jedoch nicht vom Tisch.

Christoph Neuhaus: «Wir prüfen auch, ob wir die Kosten für den Transitplatz in Meinisberg senken können.»

Christoph Neuhaus: «Wir prüfen auch, ob wir die Kosten für den Transitplatz in Meinisberg senken können.»

(Bild: Andreas Blatter)

Herr Neuhaus, sind Sie vom Entscheid überrascht?
Christoph Neuhaus: Nein. Ich habe das Resultat prophezeit. Was mich überrascht ist, wie deutlich sich die Fraktionen für einen Transitplatz für ausländische Fahrende ausgesprochen haben.

Wie geht es weiter?
Nun nehmen wir die Detailprojekte in Angriff und reichen die nötigen Baugesuche ein. In welcher Zeitspanne wir die drei Plätze für die einheimischen Fahrenden realisieren können, hängt vom Widerstand ab. Ohne Einsprachen sind sie innerhalb kurzer Zeit bezugsbereit.

Und beim Transitplatz für ausländische Fahrende?
Dafür suchen wir nun erneut im ganzen Kanton nach geeignetem Land. Prioritär prüfen wir sicher Parzellen, die verkehrstechnisch günstig liegen. Auch habe ich den Auftrag, den Platz in Gampelen vertieft zu prüfen. Die Möglichkeit, einen Standort auf einem Waffenplatz zu realisieren, klären wir ebenfalls ab. Ich denke da etwa an jenen von Wangen an der Aare. Der Waffenplatz liegt an der Autobahn A?1 und daher verkehrstechnisch günstig. Auch werden wir noch einmal prüfen, ob wir die Kosten für den Transitplatz in Meinisberg allenfalls senken können.

Meinisberg ist also nicht vom Tisch?
Ja, der Standort ist nach wie vor aktuell, falls wir ihn billiger realisieren können. Beispielsweise, indem wir vom Bund zwei oder drei Millionen Franken erhalten.

Der Meinisberger Gemeinderat sagt, der Kanton halte sich bezüglich Landwirtschaftszone, Natur- und Wasserschutz nicht an die Vorschriften, wenn er dort einen Transitplatz realisiert.
Das ist falsch. Das Bundesamt für Raumentwicklung hat uns grünes Licht gegeben. Das Land ist künftig ohnehin als Werkplatz für die Autobahn vorgesehen. Zudem befindet sich dort ein Schiessplatz. Und wenn das möglich ist, dann sollte auch ein Transitplatz kein Problem sein.

Wie viel Zeit nehmen die Abklärungen für einen Transitplatz in Anspruch?
Wir gehen von einem Jahr aus.

Könnten sich Schweizer und ausländische Fahrende die Plätze nicht teilen?
Nein, weil sie sich nicht vertragen. Die Kulturen und Ansprüche sind unterschiedlich. Die ausländischen Fahrende kommen in grossen Verbänden und sind nur wenige Wochen hier. Die Einheimischen dagegen sind in kleineren Verbänden unterwegs, und sie sind von März bis Oktober auf ihren Durchgangsplätzen.

Berner Zeitung

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