Der Presse entgeht nichts

Spannend, was man von der Pressetribüne im Rathaus alles zu sehen bekommt.

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Über die Rolle der Medien wird im Hinblick auf die No-Billag-Abstimmung tüchtig diskutiert. Weitherum einig ist man sich darüber, dass Medien eine Wächterfunktion einnehmen sollen. Also zum Beispiel aufpassen wie die Häftlimacher, dass unsere politischen Gremien ihre Arbeit korrekt ausüben.

Das machen wir natürlich. Auch im Berner Kantonsparlament. Wir ermitteln nicht einmal verdeckt, wie das die bürgerliche Mehrheit im Grossen Rat künftig der Kapo erlauben will. Wir gehen gut sichtbar auf der Pressetribüne unserer Arbeit nach.

Es kann also keiner sagen, er sei fies und hinterhältig beobachtet worden, wie er über das Polizeigesetz sinnierte, die Antragsliste bereinigte, Voten vorbereitete, ans Mikrofon schritt, aufmerksam seinen Ratskollegen zuhörte. Oder auf seinem Laptop Skirennen schaute (Riesenslalom der Damen) und Tennis (Roger Federer). Und später gegen seinen Compi jasste.

Nun muss man betreffenden Grossrat der SVP (Name der Redaktion bekannt) in Schutz nehmen. Er sitzt strategisch äusserst ungünstig. Und die anderen! Die anderen machen das ja auch, hört man ihn schon empört ausrufen. Das stimmt. Aber sie machen es entweder diskreter oder haben nicht gerade die gemeine Presse im Rücken.

Aber man könnte diese Beobachtung ja auch einfach positiv sehen. Der SVP-Politiker hat zwei Irrtümer widerlegt: Das Schweizer Fernsehen macht offensichtlich doch kein so mieses Programm, wie manche seiner Parteikollegen sagen. Und: Männer sind ja doch multitasking­fähig.

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