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Der Doktortitel stammt aus Bosnien

Die Gesundheitsdirektion hat bei den Universitären Psychiatrischen Diensten (UPD) Versäumnisse bei der Prüfung und Verwendung akademischer Titel festgestellt. Im Fall der Leiterin Qualitätsmanagement werden die Titel noch vertieft geprüft.

Die Universitären Psychiatrischen Dienste räumten Versäumnisse im Umgang mit den akademischen Titeln von Indira L. (im Bild), der Leiterin des Qualitätsmanagements der UPD, ein.
Die Universitären Psychiatrischen Dienste räumten Versäumnisse im Umgang mit den akademischen Titeln von Indira L. (im Bild), der Leiterin des Qualitätsmanagements der UPD, ein.
zvg

Hinweise auf Missmanagement bei den UPD gebe es indes keine. Das hätten die Abklärungen zu den kürzlich in den Medien geäusserten Vorwürfen ergeben, teilte die Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) am Freitag mit. Die «Weltwoche» hatte geschrieben, die Leiterin des Qualitätsmanagements bei den UPD schmücke sich mit falschen akademischen Titeln.

Die Qualitätsleiterin weise einen Titel als Ärztin sowie als Professorin h.c. (honoris causa; ehrenhalber) aus Bosnien- Herzegowina aus, schreibt die GEF. Die beiden Titel wurden in der Schweiz jedoch bisher nicht formell validiert, da die Leiterin Qualitätsmanagement nie als Ärztin tätig.

Sie habe sich indes beruflich neu ausgerichtet, und zwar als spezialisierte Betriebswirtschafterin im medizinischen Bereich. Die UPD-Angestellte war somit im Kanton Bern nie ärztlich oder medizinisch tätig.

Die Frau habe - anders als kolportiert worden sei - auch nie operiert, schreibt die GEF. Daher sei die Angestellte weder im offiziellen Medizinalberufsregister noch im Verzeichnis der Schweizer Ärzte aufgeführt.

Korrekturen angebracht

Die Frau wurde jedoch bei ihrer Anstellung in den UPD als «Prof. Dr. med» gekennzeichnet, unter anderem in Publikationen der UPD. Die UPD räumten ein, dass sie es versäumt hätten, die Zulässigkeit der Verwendung dieser Titel zu überprüfen, schreibt die GEF.

Das Generalsekretariat der GEF hat der UPD-Geschäftsleitung angeordnet, alle Massnahmen zu ergreifen, um künftig eine solche nicht gerechtfertigte Verwendung eines akademischen Titels zu unterbinden. Gleichzeitig werde das Personal über das «bedauerliche Versehen» orientiert.

Die entsprechenden Publikationen bei den UPD wurden korrigiert. Denn um bei den UPD als «Prof. Dr. med» gekennzeichnet zu werden, müssen diese Titel von der Universität Bern anerkannt sein.

Das Generalsekretariat der Gesundheitsdirektion hat zudem angeordnet, die in Bosnien-Herzegowina erworbenen Titel der Leiterin Qualitätsmanagement auf ihre Rechtmässigkeit zu prüfen. Damit will die Behörde allfällige Zweifel beseitigen.

Sie klärt auch mit der Universität Bern und allenfalls mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Frage der Berechtigung zum Führen dieser Titel in den UPD ab.

Die Versäumnisse im Umgang mit den akademischen Titeln der betroffenen Angestellten rechtfertige es jedoch nicht, eine Untersuchung gegen die UPD zu eröffnen, hält die GEF fest.

Anstellungsprozedere in Ordnung

Im «Weltwoche»-Artikel hiess es ausserdem, es sei bei der Besetzung der Stelle im Qualitätsmanagement nicht mit rechten Dingen zugegangen. Die Anstellung sei aufgrund eines offenen Rekrutierungsverfahrens mit Stellenausschreibung erfolgt, schreibt dazu die GEF. Fünf Bewerbende hätten es damals in die letzte Runde geschafft.

Die heutige Qualitätsmanagerin habe sei die bestqualifizierte Kandidatin gewesen. Sie verfüge unter anderem über langjährige Berufserfahrung als Medizinalcontrollerin im Inselspital. Das Stellenprofil verlangt eine Hochschulabschluss, aber keine medizinische Ausbildung.

Im Kreuzfeuer der «Weltwoche»-Kritik stand auch UPD- Geschäftsleitungsvorsitzende Regula Mader. Die entsprechenden Filz- Vorwürfe wurden von der GEF aber entkräftet.

Zwar habe die jetzige Qualitätsmanagerin seinerzeit die Diplomarbeit von Maders Ehemann betreut, aber nicht benotet. Die in diesem Zusammenhang geäusserten Vorwürfe betrachtet die GEF als unbegründet und haltlos.

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