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Der Berner Bieneninspektor schlägt Alarm

Der warme Frühling sorgte nicht nur für eine Rekordernte beim Honig, er liess auch die Varroamilbe kräftig gedeihen.

Wegen des frühen Frühlings gibt es viele Varroamilben. Sie können ein grosses Bienensterben verursachen.
Wegen des frühen Frühlings gibt es viele Varroamilben. Sie können ein grosses Bienensterben verursachen.
zvg

Hansruedi Lyner schlägt Alarm: «So früh im Jahr so viele Varroamilben hat es noch nie gegeben», sagt der für das Gebiet um Neuenegg zuständige Bieneninspektor. «Das könnte nächsten Winter bei den Bienen zu einem grossen Völkersterben führen», befürchtet er.

Walter Gasser, Bienenkommissär des Kantons Bern, bestätigt: «Bei den Proben, die wir im Veterinärdienst diesen Sommer wegen Verdacht auf Sauerbrut untersucht haben, wurde ein übermässiger Varroabefall festgestellt.» Laut Gasser ist der frühe Frühlingsbeginn nicht nur für einen Rekord beim Wachstum der Bienen und der Honigernte verantwortlich, sondern auch für eine überdurchschnittliche Ausbreitung der Schädlinge. «Wenn die Imker das nicht erkennen und ihr Bekämpfungskonzept nicht anpassen, werden irreparable Schäden auftreten», warnt Gasser. Normalerweise ernten die Imker den Honig Ende Juli und behandeln die Bienenvölker anschliessend mit Ameisensäure oder anderen vom Zentrum für Bienenforschung zugelassenen Mitteln, um das Wachstum der Varroapopulation zu bremsen. Doch diesen Sommer sollten sie nicht so lange warten. «Sie müssen ihre Bienenvölker unbedingt jetzt kontrollieren und sofort reagieren», sagt Gasser. Wer sich jetzt über das gute Honigjahr freue und die Ernte noch etwas hinausschiebe, «schiesst ein Eigentor», warnt er. Lyner befürchtet angesichts des starken Befalls in seinem Gebiet, «dass 50 Prozent der Bienenvölker das nicht überleben werden».

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