Departement Wirtschaft der BFH gibt sich neue Strategie

Die Berner Fachhochschule kämpft mit sinkenden Schülerzahlen. Auch aus diesem Grund gibt die BFH eine neuen Strategie.

Vor 50 Jahren wurde das Departement Wirtschaft der Berner Fachhochschule als Höhere Wirtschafts- und Verwaltungsschule HWV gegründet. Heute ist sie ein Teil der BFH.

Vor 50 Jahren wurde das Departement Wirtschaft der Berner Fachhochschule als Höhere Wirtschafts- und Verwaltungsschule HWV gegründet. Heute ist sie ein Teil der BFH.

Der Digitale Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft wirkt sich auch tiefgreifend auf die Bildung aus. Das Departement Wirtschaft der Berner Fachhochschule gibt sich daher eine neue Strategie. Eines der Ziele: der Ausbau der «digital skills» - also der Fähigkeiten, mit modernen Technologien umzugehen.

Bis 2020 werden die Studiengänge revidiert, wie Departementsdirektorin Ingrid Kissling-Näf am Freitag an einer Jubiläumsveranstaltung der Bildungsinstitution bekannt gab. Diese wurde vor 50 Jahren als Höhere Wirtschafts- und Verwaltungsschule HWV gegründet. Heute ist sie ein Teil der Berner Fachhochschule (BFH).

Individueller und interdisziplinärer

Das Studium soll künftig individueller, vernetzter und interdisziplinärer werden. Lehre und Forschung sollen noch stärker in einander greifen. Die Forschung soll sich in ausgewählten Schwerpunkten profilieren und als Bindeglied zur Praxis den Wissenstransfer sicherstellen.

Einen immer wichtigeren Stellenwert erhält auch die Weiterbildung, das lebensbegleitete Lernen. Zum einen wegen des raschen technologischen Fortschritts. Zum anderen, wegen der steigenden Lebenserwartung.

Das Modell, einmal im Leben eine Lehre absolvieren und dann auf dem gelernten Beruf bis zur Pensionierung arbeiten, habe ausgedient, betonte Stefan Sigrist, Leiter Think Tank W.I.R.E., in seinem Referat. Viel wahrscheinlicher sei, dass man in seinem Arbeitsleben mehrere Berufe ausübe und auch die entsprechende Aus- und Weiterbildung dazu benötige.

Die Hochschulen in der Schweiz stünden ihrerseits vor neuen Herausforderungen durch die Digitalisierung, die wachsende internationale Konkurrenz und die zunehmende Individualisierung. «Wir wollen Unternehmergeist wagen, auch für uns selber», kündigte Departementsdirektorin Ingrid Kissling-Näf an.

Sinkende Schülerzahlen

Die neue Strategie des BFH-Departements Wirtschaft kommt nicht von ungefähr. Die Berner Fachhochschule musste in den vergangenen Jahren sinkende Schülerzahlen hinnehmen, auch das Departement Wirtschaft.

Die Gründe für die sinkenden Zahlen seien vielfältig, sagte Markus Ruprecht, Präsident des Schulrats des Departements Wirtschaft. Zum Teil seien es inhaltliche Gründe, aber auch die Infrastruktur, die andernorts teilweise moderner sei. Letzterer Grund dürfte in ein paar Jahren dahinfallen. Dann nämlich wird der neue Campus der Berner Fachhochschule fertig sein.

Auch in der Politik wurden Stimmen laut, die BFH müsse praxisnäher und fokussierter auf die Bedürfnisse der Wirtschaft werden. Die BFH Wirtschaft ist erst seit gut einem Jahr ein eigenständiges Departement. Zuvor war es als Fachbereich dem Departement Wirtschaft, Gesundheit und Soziale Arbeit angegliedert. Auf diese Neuerung hin übernahm Kissling-Näf das Direktorium.

Künftig wird das Departement Wirtschaft Schwerpunkte setzen in den Bereichen wie neue Arbeitswelt, Nachhaltigkeit, Innovation, Strategie und Unternehmertum, Wandel im öffentlichen Sektor oder «Digital Enabling». Darunter versteht man Fähigkeiten und Kenntnisse im Zusammenhang mit modernen Technologien.

tag/sda

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