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Delikt um Delikt: Italiener muss gehen

Er ist in der Schweiz geboren, ging hier zu Schule, hat eine Schweizerin geheiratet. Trotzdem muss ein Italiener gehen – wegen einer ellenlangen Liste von Delikten.

Das Bundesgericht entzog dem Italiener wie bereits das Obergericht Solothurn 2011 die Niederlassungsbewilligung in der Schweiz.
Das Bundesgericht entzog dem Italiener wie bereits das Obergericht Solothurn 2011 die Niederlassungsbewilligung in der Schweiz.
zvg

Dieser Mann hat buchstäblich das halbe Strafgesetzbuch abgearbeitet. Etliche Delikte listet das Bundesgericht auf, von bandenmässigem Diebstahl über Körperverletzung, Anstiftung zu Brandstiftung bis hin zu Pornografie und Tierquälerei. Der Mann weise «eine ausgeprägte Geringschätzung der schweizerischen Rechtsordnung» auf und gefährde die öffentliche Sicherheit, schreibt das Bundesgericht. Darum verliert der Italiener seine Niederlassungsbewilligung.

Er muss zurück in ein Heimatland, das er wohl nie als solches bezeichnen würde. Es waren seine Grosseltern, die in die Schweiz zogen. Der Mann selber ist 1980 hier geboren, ging hier zur Schule und absolvierte hier eine Lehre. Seit 2010 ist er mit einer Schweizerin verheiratet. Zu Italien hat er nach eigener Darstellung kaum einen Bezug. Er spricht zwar Italienisch, habe aber zu seinen Verwandten seit längerem keinen Kontakt mehr gehabt.

Weitere Verfahren laufen

Dennoch bezeichnet das Bundesgericht seine Beschwerde als «offensichtlich unbegründet». 2007 wurde der Mann vom Kreisgericht Biel-Nidau wegen 21 Delikten zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Noch während er die Strafe absass, wurde er erneut straffällig.

Das Obergericht Solothurn verurteilte ihn 2011 zu einer weiteren Freiheitsstrafe von drei Jahren. Schon damals wurde ihm die Niederlassungsbewilligung entzogen, mit seiner Eheschliessung erhielt er sie jedoch zurück. Unterdessen laufen weitere Verfahren gegen ihn, unter anderem, weil er einem Mann in den Oberschenkel geschossen hat.

Der Mann argumentierte unter anderem, es habe nur zwei abgeschlossene Deliktphasen gegeben. Unterdessen lebe er zurückgezogen mit seiner Frau. Das Bundesgericht hielt dazu fest, dass «sich die zeitlichen Unterbrüche in der deliktischen Aktivität im Wesentlichen mit seinen Inhaftierungen erklären lassen».

BZ/dog

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