Das Warten auf die Favoriten

Werden die amtierenden Ständeräte Hans Stöckli (SP) und Werner Luginbühl (BDP) noch eine Legislatur anhängen? Diese Frage ist für die Parteien im Kanton Bern bei der Strategieplanung zentral.

<b>Treten die beiden amtierenden Ständeräte</b> Hans Stöckli (SP) und Werner Luginbühl (BDP) in einem Jahr nochmals zu den Wahlen an? Für die Parteien des Kantons Bern ist dies derzeit die zentrale Frage.

Treten die beiden amtierenden Ständeräte Hans Stöckli (SP) und Werner Luginbühl (BDP) in einem Jahr nochmals zu den Wahlen an? Für die Parteien des Kantons Bern ist dies derzeit die zentrale Frage.

(Bild: Keystone)

Philippe Müller

Für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober 2019 bringen sich im Kanton Bern die Parteien eher gemächlich in Stellung. Denn noch haben sich die beiden amtierenden Berner Ständeräte Hans Stöckli (SP) und Werner Luginbühl (BDP) nicht entschieden, ob sie eine weitere Legislatur anhängen wollen.

Eine Partei, die sich davon nicht beeindrucken lässt, ist die FDP. Die Parteileitung schlägt schon jetzt zuhanden der Delegierten Nationalrätin Christa Markwalder als Ständeratskandidatin vor.

Die Burgdorferin soll im Januar offiziell nominiert werden. Keine andere Partei hat bereits eine Kandidatin oder einen Kandidaten auf den Schild gehoben. Sie machen ihre Strategie weitgehend von Stöcklis und Luginbühls Entscheid abhängig.

Die beiden amtierenden Ständeräte haben sich dafür bis Ende Jahr Zeit ausbedungen. Beim 60-jährigen Luginbühl erscheint eine erneute Kandidatur als wahrscheinlich, aber auch dem 66-jährigen Stöckli ist es durchaus zuzutrauen, nochmals anzutreten.

Zumal er sich geschmeichelt davon zeigt, dass seine Partei aktiv um ihn wirbt. «Ich werde fast täglich ermuntert und schätze das sehr», sagt er. Denn die SP sei laut Stöckli sonst eher dafür bekannt, ihre alten Schlachtrösser loswerden zu wollen.

SP hat Respekt

Der Hauptgrund, weshalb die Genossen Stöckli unbedingt zum Weitermachen bewegen möchten, dürften die Grünen sein. Genauer: deren Spitzenpersonal. Denn die Grünen haben diesmal echte Ambitionen auf einen Ständeratssitz und würden am liebsten entweder Nationalrätin und Grüne-Schweiz-Präsidentin Regula Rytz oder aber den abgetretenen Regierungsrat Bernhard Pulver nominieren. Beide wären ernst zu nehmende Kandidaten. Wie Luginbühl und Stöckli werden auch sie beide bis Ende Jahr entscheiden.

Sollten die SP und die BDP doch andere Kandidaten nominieren müssen, stünden wohl Nationalrat Matthias Aebischer und die abgetretene Regierungsrätin Barbara Egger (beide SP) im Fokus sowie Regierungsrätin Beatrice Simon und Nationalrat Lorenz Hess (beide BDP).

Bisherige sind im Vorteil

Und was tun die SVP, die Grünen, die GLP und die EVP? Letztere wird voraussichtlich heute Abend eine Kandidatur beschliessen. Die Grünliberalen haben noch nicht definitiv entschieden.

Sicher in den Ring steigen wird die SVP. Am Mittwochabend hat der Parteivorstand entschieden, im Januar aus den amtierenden Nationalrätinnen und Nationalräten eine Kandidatur für die kleine Kammer zu bestimmen.

Der Favorit liegt auf der Hand: So er denn will, hätte Parteipräsident Werner Salzmann wohl die grössten Chancen. 2015 war für die Partei Albert Rösti ohne Erfolg ins Rennen gestiegen.

Es scheint klar, dass die Wahl praktisch schon entschieden wäre, sollten die beiden amtierenden Ständeräte nochmals antreten. Andere Kandidaten hätten dann einen schweren Stand, weil Stöckli und Luginbühl nicht nur vom wichtigen Bisherigenbonus profitieren würden, sondern immer auch viele Stimmen über die Parteigrenzen hinweg holen.

Berner Zeitung

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