Das grosse Hoffen auf den Oscar-Moment

Die Jungunternehmerszene im Kanton Bern lebt. Das zeigen die fünf Unternehmen, welche für den Preis nominiert sind, den die Universität Bern ­morgen Mittwoch vergibt.

Ob Baumhäuser, Symbolbilder oder Nachhilfe: Berner Jungunternehmer haben viele Ideen.

Ob Baumhäuser, Symbolbilder oder Nachhilfe: Berner Jungunternehmer haben viele Ideen.

(Bild: Fotolia)

Stefan Schnyder@schnyderlopez

Für die Gründer von fünf Berner Jungunternehmen wird es morgen Abend ein unvergesslicher Moment sein: Sie werden sich wie Oscarnominierte fühlen und gespannt auf den Augenblick warten, wenn die Jury den Gewinner bekannt geben wird.

Doch im Unterschied zur ­Oscarpreisverleihung sind beim Jungunternehmerpreis der Universität ­– beim Business-Crea­tion-Wettbewerb – die Nominierten am Abend der Preisverleihung nochmals gefordert.

Sie müssen in einer Präsentation ihren aktuellen Geschäftsplan vorstellen, den sie in den letzten Monaten zusammen mit einem Coach erarbeitet haben. Letzterer wurde ihnen im Rahmen dieses Wettbewerbs zugeteilt. Erst nach der Präsentation wird die siebenköpfige Jury ihr Urteil fällen. Dabei wird sie auch die Meinung des ­Publikums berücksichtigen. Der Sieger wird ein Preisgeld von 8000 Franken erhalten.

Initiativer Professor

Im Rennen verblieben sind noch fünf Jungunternehmen. Diese sind in höchst unterschiedlichen Bereichen wie Medizin, Sen­sorik, Nachhilfe/Förderkurse, Mode und Holzkonstruktion tätig ­(siehe Texte auf dieser Seite).

Der Wettbewerb wird in diesem Jahr zum dritten Mal durchgeführt. Initiant ist der Wirtschaftsprofessor Artur Baldauf. «Wir versuchen, mit diesem Projekt einen Beitrag für den Standort Bern zu leisten», sagt der ­Direktor der Abteilung Unternehmensführung und Entrepreneurship an der Universität Bern. Er hofft, dass die nominierten Unternehmen als leuchtende Beispiele dienen: «Es ist gut, dass eine breite ­Öffentlichkeit sieht, dass es in unserer Region Jungunternehmen mit innovativen Ideen gibt», sagt Baldauf.

Er räumt aber auch ein, dass sich Bern nicht mit ­Zürich oder dem Genfersee­becken vergleichen könne. «Diese Regionen profitieren stark ­davon, dass dort die Eidgenössischen Technischen Hochschulen angesiedelt sind», erklärt Artur Baldauf.

Unidiplom ist keine Pflicht

Die fünf Finalisten von morgen Abend haben bereits mehrere Phasen erfolgreich überstanden. Die Jury hat sie aus rund vierzig Bewerbungen ausgewählt. Auch wenn der Preis von der Universität ausgeschrieben ist, konnten sich Jungunternehmen bewerben, welche keinen Bezug zur Hochschule haben.

«Wir versuchen, Ideen zu fördern, egal ­woher sie kommen. Auf eine gute Idee kann man auch ohne Studium kommen», betont Baldauf. Auch um einen Oscar zu gewinnen, braucht es im Übrigen kein Unidiplom.

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