Daniel Bichsel will Ämtli sammeln

SVP-Grossrat Daniel Bichsel soll Präsident des Gemeindeverbands werden. Zudem handelt ihn die SVP als neuen Präsidenten der Finanzkommission. SP und Grüne sind angesichts dieser Machtkumulation skeptisch.

Als langjähriger Finanzverwalter von Zollikofen bringe er das nötige Rüstzeug fürs Fiko-Präsidium mit, sagt Daniel Bichsel.

Als langjähriger Finanzverwalter von Zollikofen bringe er das nötige Rüstzeug fürs Fiko-Präsidium mit, sagt Daniel Bichsel.

(Bild: Urs Baumann)

Zwar hat Jürg Iseli (SVP, Zwieselberg) seinen Rücktritt als Präsident der grossrätlichen Finanzkommission (Fiko) noch nicht ­offiziell bekannt gegeben. Trotzdem diskutiert die SVP-Fraktion bereits seine Nachfolge. Wie der «Bund» unlängst berichtete, will Iseli 2018 Grossratspräsident werden, er möchte deshalb die ­Fiko-Leitung per Ende Jahr abgeben. Als möglicher Nachfolger ist Daniel Bichsel (Zollikofen) im Gespräch.

«Er ist sicher einer der aussichtsreichsten Kandidaten», bestätigt SVP-Fraktionschefin Ma­deleine Amstutz (Sigriswil). Der Gemeindepräsident von Zollikofen wurde 2014 in den Grossen Rat und von diesem in der Märzsession in die Fiko gewählt. Als langjähriger Finanzverwalter von Zollikofen bringe er das nötige Rüstzeug fürs Fiko-Präsidium mit, sagt Bichsel.

Bevor es jedoch so weit ist, steht ein anderes wichtiges Amt zur Debatte: An der Hauptversammlung des Verbands Bernischer Gemeinden (VBG) vom 10. Juni will Bichsel neuer Verbandspräsident werden.

Im Grossen Rat ist man skeptisch, ob die beiden Ämter vereinbar sind. «Die Gemeinden haben bereits jetzt eine grosse Lobby im Kantonsparlament; dass ihr Verbandspräsident auch noch Fiko-Präsident ist, könnte problematisch sein», sagt SP-Fraktionschef Michael Aebersold (Bern). Allenfalls müsse sich die SVP fürs Kommissionspräsidium eine andere Kandidatur überlegen, so Aebersold.

Bettina Keller (Hinterkappelen), Fraktionschefin der Grünen, findet eine Machtkumulation meist problematisch. «Obwohl man, positiv formuliert, in diesem Fall auch von einer Wissenskumulation sprechen kann.» Auch sie findet, dass der VBG ­bereits heute grosses Gewicht im Kantonsparlament habe und manchmal sogar blockierend wirke. «Bei der Wahl des Fiko-Präsidenten müssen wir deshalb genau hinschauen.»

«Die Ämter sind vereinbar»

Bichsel selber findet, dass sich die beiden Ämter durchaus vertragen. Dies, zumal sowohl der Kanton als auch die Gemeinden gleichermassen an einem gesunden Finanzhaushalt interessiert seien. Zudem gebe es bei Interessenkonflikten die Ausstandsregelung. «Man muss jeweils klar dekla­rieren, welchen Hut man gerade trägt», so Bichsel. Auch in der ­SVP sind laut Fraktionschefin Amstutz allfällige Interessenskonflikte kein Problem.

Berner Zeitung

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