SP und SVP machen den Jura-Sitz unter sich aus

Bern

SP-Kandidat Roberto Bernasconi wird am 3. April zum 2. Wahlgang antreten. EVP-Kandidat Patrick Gsteiger dagegen hat seinen Rückzug bekanntgegeben.

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Nach der überraschenden Wahl des SP-Kandidaten Christoph Ammann berieten am Montag die Spitzen von SP, SVP und EVP das Vorgehen für den zweiten Wahlgang vom 3. April. Dieser ist ­nötig, weil der bernjurassische Regierungssitz nicht im ersten Anlauf besetzt werden konnte. Nicht mehr antreten wird Patrick Gsteiger, wie EVP-Präsidentin Christine Schnegg bestätigt. Gsteiger erzielte im ersten Wahlgang nur 43'192 Stimmen.

Die SP, beflügelt von den Wahl- und Abstimmungsresultaten, schickt Roberto Bernasconi erneut ins Rennen. «Sein Resultat ist sehr gut, angesichts der Tatsache, dass die SVP die stärkste Partei ist im Kanton Bern», sagt SP-Präsidentin Ursula Marti. Bernasconi erreichte im ersten Wahlgang 152'081 Stimmen – nur 2136 weniger als SVP-Kandidat Pierre Alain Schnegg. Auftrieb gibt der Partei auch, dass die Berner Stimmbevölkerung das von SP und Grünen ergriffene Referendum gegen die Einsparungen bei den Prämienverbilligungen so deutlich unterstützt hat. «Das macht Mut für den zweiten Wahlgang», sagt Marti.

Auch die SVP geht motiviert in den zweiten Wahlgang, wie Parteipräsident Werner Salzmann sagt. «Wir sind zuversichtlich, dass wir die bürgerliche Wende erreichen.» Pierre Alain Schneggs Wahlchancen seien gut, zumal er von allen bürgerlichen Parteien unterstützt werde. «Zudem hat er sich im Gesundheitswesen weit über bürger­liche Kreise hinaus einen Namen gemacht», so Salzmann. Dies sowie Schneggs Mitgliedschaft in einer Freikirche würden wahrscheinlich machen, dass Schnegg die Stimmen des EVP-Kandidaten zufielen.

Marti ist dagegen überzeugt, dass die SP profitiert. «Er steht für eine sehr soziale Politik. Dass seine Wähler ihre Stimme einem SVP-Hardliner geben, ist unvorstellbar.» Auch hofft die SP-Präsidentin auf die Stimmen der Autonomisten. Diese aber zeigen sich auf Anfrage unwillig und empfehlen ihrer Basis wie bereits im ersten Wahlgang Stimmfrei­gabe.

Weil es am 3. April um die Mehrheit in der Regierung geht, wollen beide Lager einen intensiven Wahlkampf führen. Dazu benötigen sie zusätzliche Mittel. Während Marti noch keine Zahl nennen kann, spricht Salzmann von 40'000 bis 50'000 Franken, die die SVP bei ihren Sponsoren auftreiben will.

Berner Zeitung

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