Chef der Jungfraubahnen fordert einen Regierungsrat für 8 Jahre

Der Kanton Bern soll nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen geführt werden, fordert Urs Kessler, CEO der Jungfraubahnen. Dazu müsse der Regierungsrat künftig für acht ­Jahre gewählt werden.

«Eine gute Regierung sieht sich als Unternehmen»: Urs Kessler, CEO der Jungfraubahnen.

«Eine gute Regierung sieht sich als Unternehmen»: Urs Kessler, CEO der Jungfraubahnen.

(Bild: Markus Hubacher)

Mischa Aebi@sonntagszeitung

Herr Kessler, was ist am Kanton Bern top?Urs Kessler: Der Kanton Bern verfügt über ein hohe Lebensqualität und eine grosse Vielfalt. Dazu kommt die wunderschöne Landschaft. Diese reicht vom mediterranen Flair im Seeland über historische Städte bis hin zur hochalpinen Bergwelt im Oberland. Der Kanton Bern hat deshalb das Potenzial, zur Nummer 1 im Schweizer Tourismus zu werden. Das Zusammenspiel zwischen Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus funktioniert. Weiter ist der öffentliche Verkehr gut ausgebaut und attraktiv.

Was ist schlecht? Die Steuerbelastung ist im nationalen Vergleich zu hoch. Der negative Pendlersaldo fällt immer stärker ins Gewicht. Wir haben es im Kanton Bern noch nicht geschafft, zu einem Topwirtschaftsstandort zu werden. Dies wäre dafür wichtig, die schlechte Kostenstruktur zu verbessern.

Wie lässt sich dies verbessern? Die Steuerbelastung muss gesenkt werden. Dadurch kann die Standortattraktivität massiv gesteigert werden. Eine generell langfristigere Denkweise und das Leistungsprinzip müssen gefördert werden. Dazu sollte der Regierungsrat für acht Jahre gewählt werden. Nach jeweils zwei Jahren würde eine Leistungsbeurteilung durch den Grossen Rat erfolgen. Bei schlechter Leistung müsste ein Regierungsrat nach vier Jahren abgewählt werden können. Mit der längeren Amtsdauer würde die Kontinuität gefördert, die periodischen Leistungskontrollen würden eine hohe Qualität sicherstellen.

Was macht für Sie denn eine gute Regierung aus? Sie sieht sich als Unternehmen, verfolgt eine klare Vision und Strategie. Der Kanton Bern wird folglich unternehmerisch und nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen geführt.

Braucht es eine bürgerliche Wende? Bern braucht gute Regierungsräte mit unternehmerischer Fähigkeit. Es braucht ein optimales Zusammenspiel als Team. Dazu braucht es nicht die besten Einzelspieler, sondern Teamplayer, welche im Interesse des gesamten Kantons handeln und dabei dessen Vielfalt berücksichtigen. Die Leistung zählt, das Parteibuch ist zweitrangig.

Das Interview wurde schriftlich geführt.

Berner Zeitung

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