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Bruno Moser hat noch nicht genug

Im zweiten Wahlgang zum Ständerat war er noch klar unterlegen, nun versuchts der parteilose Bruno Moser bei den Regierungsratsersatzwahlen. Er und fünf andere Kandidaten kämpfen um zwei Sitze.

SP-Grossrat Roberto Bernasconi will bei der Regierungsrats-Ersatzwahl vom Februar 2015 den Jura-Sitz für die SP verteidigen. Die Delegierten der kantonalen SP nominierten ihn am 17.12.2015.
SP-Grossrat Roberto Bernasconi will bei der Regierungsrats-Ersatzwahl vom Februar 2015 den Jura-Sitz für die SP verteidigen. Die Delegierten der kantonalen SP nominierten ihn am 17.12.2015.
zvg
Als zweiten Kandidaten haben SP-Delegierten am selben Abend die  den Grossrat Christoph Ammann vorgeschlagen.
Als zweiten Kandidaten haben SP-Delegierten am selben Abend die den Grossrat Christoph Ammann vorgeschlagen.
zvg
Der Berner Regierungsrat: Christoph Auer, Andreas Rickenbacher, Philippe Perrenoud, Beatrice Simon, Hansjürg Käser,  Barbara Egger, Bernhard Pulver, Christoph Neuhaus (von links).
Der Berner Regierungsrat: Christoph Auer, Andreas Rickenbacher, Philippe Perrenoud, Beatrice Simon, Hansjürg Käser, Barbara Egger, Bernhard Pulver, Christoph Neuhaus (von links).
Andreas Blatter
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Um die beiden vakanten Sitze im Berner Regierungsrat kämpfen sechs Kandidaten: Je zwei Kantonsparlamentarier der SVP und der SP, ein Grossrat der EVP sowie der parteilose Bruno Moser. Das gab die bernische Staatskanzlei am Montag nach Ablauf der Anmeldefrist bekannt.

Die Kandidaturen von Christoph Ammann, Roberto Bernasconi (beide SP), Patrick Gsteiger (EVP), Lars Guggisberg und Pierre Alain Schnegg (SVP) sind seit längerem bekannt. Neu ist, dass auch Bruno Moser wieder mitmacht. Der Polit-Exot trat schon mehrmals zu kantonalen Wahlen an; zuletzt erzwang er im vergangenen November einen zweiten Wahlgang bei den bernischen Ständeratswahlen.

Bei der Regierungsrats-Ersatzwahl vom 28. Februar soll die Nachfolge der zurücktretenden Sozialdemokraten Andreas Rickenbacher und Philippe Perrenoud geregelt werden. Ein allfälliger zweiter Wahlgang fände am 3. April statt.

Mehrere Hürden

Um bereits im ersten Wahlgang gewählt zu werden, muss ein Kandidat grundsätzlich zwei Bedingungen erfüllen: Erstens muss er das beste oder zweitbeste Resultat aller Bewerber erzielen, zweitens das absolute Mehr erreichen.

Der eine vakante Sitz steht allerdings dem Berner Jura zu. Für ihn kommen nur die drei bernjurassischen Kandidaten Bernasconi, Gsteiger und Schnegg in Frage. Schafft einer von ihnen bloss Platz 3, aber das absolute Mehr, dann verdrängt er den auf Platz 2 liegenden Nicht-Bernjurassier.

Die Stimmenzahl für den Jura-Sitz wird nach einer speziellen Methode berechnet: Das sogenannte geometrische Mittel gibt den Stimmberechtigten im Berner Jura mehr Gewicht. Die Stimmen im Berner Jura werden mit den Stimmen im ganzen Kanton multipliziert, anschliessend die Wurzel aus dem Produkt gezogen.

Deshalb verteidigte der SP-Regierungsrat Perrenoud 2014 den Jurasitz, obschon er im ganzen Kanton weniger Stimmen holte als sein Herausforderer Manfred Bühler von der SVP. Die Berechnungsmethode sicherte Rot-Grün also die Mehrheit in der siebenköpfigen Regierung.

Kampf um Mehrheit

Im Berner Regierungsrat sitzen zurzeit drei Sozialdemokraten sowie je ein Vertreter von Grünen, FDP, SVP und BDP. Ziel der SVP ist es, der SP am 28. Februar mindestens einen Sitz abzunehmen und so die bürgerliche Wende herbeizuführen. Rot-Grün regiert den Kanton seit 2006, das Parlament blieb aber stets bürgerlich dominiert.

(SDA)

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