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BKW erhält enges Terminkorsett

Das Atomkraftwerk Mühleberg darf ab 2017 nur unter strengen Auflagen weiterbetrieben werden. Das Ensi möchte, dass die BKW bereits Mitte 2013 über die Investitionen entscheidet. Die BKW will sich bis Ende 2013 Zeit lassen.

Weiterbetrieb oder nicht? Das ist hier die Frage. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) hat sich gestern in Sachen AKW Mühleberg dazu geäussert. Inhaltlich hat das Ensi keine neuen Anforderungen an das AKW Mühleberg gestellt. Alle für den Weiterbetrieb verlangten Massnahmen waren bisher schon bekannt. Neu gibt das Ensi der BKW jedoch einen genauen Terminplan vor. «Die verbindliche Umsetzungsplanung für die wichtigsten Nachrüstprojekte muss bis zum 30.Juni 2013 eingereicht werden», schrieb gestern das Ensi. Die Massnahmen müssen dann bis spätestens im Jahr 2017 umgesetzt sein.

Uneinigkeit in einem Punkt

«Der Zeitplan ist sportlich», sagte gestern BKW-Sprecher Antonio Sommavilla. Er sei aber zuversichtlich, dass die BKW die Fristen einhalten könne. Das Ensi verlangt zudem, dass die Massnahmen bis spätestens 2017 umgesetzt sind. Ensi-Direktor Hans Wanner betonte gestern in Brugg, dass die BKW die Nachrüstungen «zügig» an die Hand nehmen müsse. «Es ist uns wichtig, dass vorwärtsgemacht wird», doppelte Georg Schwarz, Ensi-Vizedirektor nach.

In einem Punkt besteht indes Uneinigkeit zwischen dem Ensi und der BKW. Das Ensi verlangt, dass bis Ende Juni eine verbindliche Umsetzungsplanung vorliegt. Und dies mit einem Investitionsentscheid, wie Ensi-Direktor Wanner gegenüber Radio SRF sagte. Der BKW-Verwaltungsrat teilte indes am Montag mit, dass er den Investitionsentscheid erst Ende 2013 fällen will. Ob der BKW-Verwaltungsrat nun seinen Entscheid früher treffen wird, wollte BKW-Präsident Urs Gasche gestern nicht kommentieren. «Wir werden dies im neuen Jahr beurteilen müssen», sagte er auf Anfrage.

Insgesamt zehn Forderungen stellt das Ensi für einen Langzeitbetrieb des inzwischen vierzig Jahre alten Atomkraftwerks. Dazu gehören der Ersatz der Zuganker, die den mit Rissen behafteten Kernmantel stabilisieren, und ein aareunabhängiges Kühlsystem.

Eine weitere Forderung betrifft die Nachrüstung eines erdbebenfesten Kühlsystems für das Brennelementbecken. Daneben muss die BKW auch den Zustand des sogenannten Primärcontainments, also des Sicherheitsbehälters, genauer untersuchen.

Die Forderungen treffen die BKW nicht unvorbereitet. Viele der Massnahmen sind bereits angedacht. «Die Stellungnahme des Ensi zeigt, dass die BKW auf dem richtigen Weg ist», betont Sommavilla.

Länger als 2022?

Die BKW möchte das inzwischen vierzigjährige Atomkraftwerk Mühleberg noch bis 2022 betreiben. Ob sich dies vor dem Hintergrund der geforderten Massnahmen lohnt, bleibt abzuwarten.

Erst am Montag hatte die BKW verlauten lassen, dass die Nachrüstung teurer werde als die geschätzten 170 Millionen Franken. AKW-Kritiker vermuten, dass die höheren Kosten dazu führen könnten, dass die BKW das AKW über das Jahr 2022 hinaus betreiben möchte. Dies, um die Kosten besser amortisieren zu können. Allein: Wenn die BKW dies bekannt geben würde, dann stiegen die Chancen für die kantonale Volksinitiative «Mühleberg vom Netz».

Berner Zeitung/sda/sny

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