BKW-Chefin kassiert einen Rüffel

Der Regierungsrat weist BKW-Chefin Suzanne Thoma zurecht. Grund ist ihre Empfehlung, der Kanton solle seinen BKW-Anteil abgeben.

Beim Kanton war man wenig erfreut über die Äusserungen Suzanne Thomas.

Beim Kanton war man wenig erfreut über die Äusserungen Suzanne Thomas.

(Bild: Urs Baumann)

Es ist ein unüblicher Vorgang: Die Chefin eines Unternehmens legt dem Mehrheitsaktionär nahe, sich aus dem Aktionariat zurückzuziehen. Das tat BKW-Chefin Suzanne Thoma Anfang Oktober in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche».

Der Regierungsrat hat darauf reagiert, wie er am Donnerstag auf Anfrage von SP-Grossrat Daniel Hügli bekannt gab. Die BKW-Chefin habe zwar grundsätzlich das Recht, ihre Meinung öffentlich kundzutun. Aber die Aussage von Thoma im Vorfeld zur Debatte des Grossen Rats über die Privatisierung der BKW sei «problematisch» gewesen, schreibt der Regierungsrat. Die zuständige Energiedirektorin Barbara Egger habe Thoma «das Missfallen des Regierungsrates mitgeteilt».

Thoma hatte einen Rückzug des Kantons befürwortet, weil die Risiken im Strommarkt immens seien. Zudem sei es selbst mit dem Mehrheitsanteil von zuletzt 52,4 Prozent illusorisch, dass die Politik die Strategie der börsenkotierten, gewinnorientierten BKW beeinflussen könne.

Der Grosse Rat stellte sich vergangene Woche trotzdem gegen die Privatisierung der BKW. Er genehmigte ein neues Gesetz, wonach der Kanton mindestens 51 Prozent an der BKW behalten muss. Allerdings erwartet er auch, dass der Konzern einen ­Beitrag an die energiepolitischen Ziele des Kantons leistet.

jw

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