Biker und Reiter dürfen weiterhin in den Wald

Der Regierungsrat hat die Teilrevision des Kantonalen Waldgesetzes zuhanden des Grossen Rates verabschiedet. Die Bestimmungen zum Reiten und Velofahren im Wald werden jedoch nicht verschärft.

Biker, die ihren Sport im Wald ausüben möchten, müssen auch in Zukunft nicht auf strengere Vorschriften achten.

Biker, die ihren Sport im Wald ausüben möchten, müssen auch in Zukunft nicht auf strengere Vorschriften achten.

(Bild: zvg)

In der Vernehmlassung der Gesetzesrevision lehnten alle politischen Parteien, aber auch Gemeinden, Tourismusorganisationen und zahlreiche Interessenverbände das geplante Verbot ab. Das gab der zuständige Regierungsrat Andreas Rickenbacher am Mittwoch in Bern an einer Medienkonferenz bekannt.

Die Kantonsregierung hat angesichts dieser Opposition auf das Verbot verzichtet, gleichzeitig aber auch beschlossen, eine Arbeitsgruppe einzusetzen. Sie soll bis zum nächsten Jahr aufzeigen, wie die Interessen von Waldbesitzern, Reitern, Bikern und des Naturschutzes einvernehmlich unter einen Hut zu bringen sind.

Schliesslich bestünden die Probleme immer noch, schreibt die Regierung in ihrem Antrag an den Grossen Rat. Mit dem Verbot wollte sie Waldwege besser vor Schäden durch Pferde und Mountainbikes schützen. Auch sah sie das Verbot als Beitrag zur Verminderung von Konflikten zwischen Reitern und Bikern und anderen Waldbenutzern.

Rickenbacher sagte am Mittwoch, der Kanton Graubünden habe einen ähnlichen Weg gewählt und damit gute Erfahrungen gemacht. Unterstützt wurde das Reit- und Radfahrverbot abseits von Waldwegen vom Verband der Berner Waldbesitzer (BWB) und von einigen Umweltverbänden.

Neu: Kantonaler Waldplan

Mit der Teilrevision des Waldgesetzes reagiert die bernische Kantonsregierung auf die veränderten Ansprüche an den Wald und an Gesetzesänderungen auf Bundesebene. Die Teilrevision bringt die Einführung eines kantonalen Waldplans. Zudem ist die Mehrwertabschöpfung bei Rodungen neu konzipiert worden.

Ebenfalls neu ist, dass die Regierung die Kompetenz bekommt, bei besonderen Ereignissen wie etwa grossen Sturmschäden Kredite für dringende Massnahmen zu bewilligen.

Im Kanton Bern gab es bisher nur regionale Waldpläne. Mit einem kantonalen Waldplan werden die Planungsprozesse vereinheitlicht und vereinfacht.

In der Vernehmlassung äusserten zahlreiche Teilnehmer den Wunsch, dass der Kanton Waldzusammenlegungen im Privatwald unterstützt. Dieses Anliegen hat die Regierung in den Gesetzesentwurf aufgenommen. Der Regierungsrat will damit private Initiativen für eine rationellere Waldbewirtschaftung fördern.

Kampf gegen Neophyten wird nicht Staatsaufgabe

Auf zwei weitere Forderungen aus der Vernehmlassung ist die Regierung hingegen nicht eingegangen. Die eine betrifft den Kampf gegen fremde Pflanzen, sogenannte Neophyten. Dieser Kampf sollte zur Staatsaufgabe erklärt werden.

Die Kantonsregierung lehnt einen Gesetzesartikel mit diesem Inhalt aber wegen der angespannten finanziellen Lage des Kantons Bern ab. Deswegen will die Regierung auch nicht den Kanton Bern bei Unfällen mit Totholz für haftbar erklären. Die Urheber dieser Forderung wollten damit die Akzeptanz von Totholz steigern.

Insgesamt falle die Gesetzesrevision nun kostenneutral aus, sagte Rickenbacher. Der Grosse Rat befasst sich voraussichtlich in der Novembersession mit dem Waldgesetz.

chh/sda

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