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Die Verteidigung der Zungenwurst

Die Berner Zungenwurst soll vor Nachahmung geschützt werden. Dies erfolgt durch die Eintragung als geschützte geografische Angabe (GGA).

Die Berner Zungenwurst
Die Berner Zungenwurst
Beat Mathys

Ein urbernisches Produkt soll vor unstatthafter Nachahmung geschützt werden. Zu diesem Zweck haben die Berner Metzger im «Schweizerischen Handelsamtsblatt» am Donnerstag das Gesuch publiziert, den Namen «Berner Zungenwurst» vom Bundesamt für Landwirtschaft als «geschützte geografische Angabe» registrieren zu lassen. Es geht um die Verteidigung des Berner Monopols auf die dicke Runde, ohne die keine Berner Platte auskommt.

Kein Käse: Die Metzger lassen sich dabei vom Schicksal des Emmentalers leiten. Den langsamen Bernern war nämlich viel zu lange wurst, dass selbst Deutsche ihren grosslöchrigen Käse kopierten. So mussten sie 2004 zulassen, dass auch Käser in zehn anderen Kantonen ihren Emmentaler mit der damals gängigen Bezeichnung AOC schmücken durften.

Das soll den Metzgern nicht widerfahren. Wie Metzgermeister Matthias Nussbaum aus Wichtrach vom Schutzkomitee für die Wurst erklärt, steht deshalb im Pflichtenheft für das Markenschutzgesuch, dass diese nur dann Berner Zungenwurst heissen darf, wenn sie auch im Kanton Bern produziert wurde. Die Zutaten – Schweinefleisch, Speck, Rindfleisch, Schwarte – dürfen allerdings aus der ganzen Schweiz kommen. Übrigens enthält die erstmals 1835 in einem Kochbuch bezeugte Zungenwurst keine Rinds- oder Schweinszunge mehr.

Die Metzger sind laut Matthias Nussbaum guter Dinge, dass der Zertifizierung in der dreimonatigen Einsprachefrist kein Widerstand erwächst. Und keine langwierigen Rechtshändel nötig sind wie einst beim Emmentaler. Allerdings will auch kaum jemand ausserhalb des Bernbiets Zungenwürste herstellen. Fast jeder Kanton hat seine eigene zertifizierte Extrawurst. So gesehen geht es bei der Verteidigung der Berner Zungenwurst nicht gleich um die Wurst.

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