Berner Pendler dürfen bis 6700 Franken Fahrkosten abziehen

Niederlage für die Ratsmitte und die Linke: Pendler dürfen künftig in der Steuererklärung 6700 Franken für Fahrkosten abziehen. Die Regierung wollte eine Begrenzung auf 3000 Franken.

Der Grosse Rat diskutierte am Mittwoch über die Revision des Steuergesetzes. Die bürgerlichen Parteien SVP, FDP, BDP und EDU setzten sich gegen die Rot-Grüne Regierung durch.

Der Grosse Rat diskutierte am Mittwoch über die Revision des Steuergesetzes. Die bürgerlichen Parteien SVP, FDP, BDP und EDU setzten sich gegen die Rot-Grüne Regierung durch.

(Bild: Keystone)

Pendler aus dem Kanton Bern dürfen künftig in der Steuererklärung maximal 6700 Franken für ihre Fahrkosten abziehen. Das hat der Grosse Rat am Mittwoch in der zweiten Lesung des Steuergesetzes entschieden.

Die bürgerlichen Parteien SVP, FDP, BDP und EDU setzten sich damit gegen Regierung, Ratsmitte und Linke durch. Diese hatten den Fahrkostenabzug auf 3000 Franken begrenzen wollen.

Der Pendlerabzug mache aus ökologischer Sicht keinen Sinn, machten sie geltend. Die Ratsmehrheit entgegnete, die von der Regierung angestrebte Begrenzung auf 3000 Franken sei eine reine Sparmassnahme und zugleich eine Ungerechtigkeit gegenüber all jenen Bürgern, die tatsächlich höhere Kosten für ihren Arbeitsweg hätten.

Auf 6700 Franken kam die vorberatende Kommission, indem sie den Preis des Generalabonnements 2. Klasse und die Kosten einer täglichen Autofahrt von 20 Kilometern zusammenzählte. Das entspreche einer durchschnittlichen Fahrt von zu Hause zum nächsten Bahnhof, rief Jakob Etter (BDP/Treiten) in Erinnerung. Durch den höheren Fahrkostenabzug entgingen dem Kanton Bern Einnahmen von 35 Millionen Franken, räumte er ein. Das sei aber vertretbar.

Bund nur noch 3000 Franken

Bei den direkten Bundessteuern wird der Fahrkostenabzug ab 2016 auf 3000 Franken begrenzt. Dabei handelt es sich um eine der Massnahmen, mit welchen der Bahninfrastrukturfonds gespiesen wird.

Volk und Stände hatten am 9. Februar 2014 der entsprechenden Gesetzesänderung mit der FABI-Vorlage zugestimmt. Ob die Kantone einen Maximalbetrag für den Pendlerabzug festsetzen wollen, ist ihnen überlassen.

Bei der Beratung des bernischen Steuergesetzes gibt es noch weitere Differenzen, namentlich beim Kinderbetreuungsabzug. Der Grosse Rat wird das Geschäft am (heutigen) Mittwoch zu Ende beraten.

tag/sda

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