Berner Kesb sind «weitgehend gefestigt»

In ihrem Bericht zur Einführung des neuen Kinder- und Erwachsenenschutzsrechts kommt die Berner Regierung zu einem positiven Fazit. Die Kesb hätten sich gut etabliert.

Der Bericht stellt den Kesb ein gutes Zwischenzeugnis aus.<p class='credit'>(Bild: Keystone)</p>

Der Bericht stellt den Kesb ein gutes Zwischenzeugnis aus.

(Bild: Keystone)

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) haben sich im Kanton Bern etabliert und stehen weitgehend gefestigt da. Das ist laut dem Berner Regierungsrat das Ergebnis des Schlussberichts zur Umsetzung des neuen Kinder- und Erwachsenenschutzrechts im Kanton.

Die Autoren des Berichts finden auch, das neue Recht sei im Kanton Bern im Vergleich zu anderen Kantonen gut umgesetzt worden. Die Kesb hätten sich als professionelle Behörden etabliert, steht in einer Mitteilung der Kantonsregierung vom Freitag.

Ein unmittelbarer Handlungsbedarf gehe aus dem Bericht nicht hervor. Allerdings gebe es Optimierungsmöglichkeiten in den Teilbereichen Massnahmenkosten, territoriale Organisation, Zusammenarbeit mit den Sozialdiensten sowie Trennung von Selbststeuerungen und Aufsicht.

Verfasst wurde der rund 80-seitige Schlussbericht zur Kesb-Einführung von einem Beratungsbüro und von der Walliser Fachhochschule für Soziale Arbeit.

Vor fünf Jahren eingeführt

Vor fünf Jahren ersetzten kantonsweit elf kantonale Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden die 320 kommunalen Vormundschaftsbehörden, wie der Berner Regierungsrat am Freitag in seiner Mitteilung in Erinnerung rief. Zudem wurden die Vormundschaftsbehörden der Burgergemeinden und Zünfte durch eine burgerliche Kesb ersetzt.

Diese «Jahrhundertreform» sei seit ihrem Inkrafttreten von einem Monitoring und einer Evaluation begleitet worden, schreibt der Regierungsrat weiter. Nun liege eben der Schlussbericht vor. Einzelne Anpassungen der rechtlichen Grundlagen wurden bereits in den ersten Jahren nach der Betriebsaufnahme der Kesb vorgenommen.

Einzelne Optimierungen geplant

In Sachen Kesb strebt der Kanton nun ein einheitliches Finanzierungs-, Steuerungs- und Aufsichtssystem für die ambulanten und stationären sozialpädagogischen Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe an. Es soll mehr Transparenz und Vergleichbarkeit der Tarife ermöglichen.

Die territoriale Organisation der Kesb will die Kantonsregierung grundsätzlich beibehalten, damit sich das System weiter etablieren kann. Nur im Berner Jura ist nach dem Wechsel von Moutier zum Kanton Jura eine Standortüberprüfung nötig. Den Schlussbericht zur Einführung der Kesb im Kanton Bern wird der Regierungsrat dem Grossen Rat in der Märzsession dieses Jahrs vorlegen. Der Grosse Rat hat ihn bloss zur Kenntnis zu nehmen.

nik/sda

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