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Berner Forscher finden heraus, wie die dunkle Seite des Mondes entstand

Der Mond hat eine merkwürdige Eigenschaft: Die Beschaffenheit der erdzu- und erdabgewandten Seite ist unterschiedlich. Forscher der Universitäten Bern und Kalifornien begründen dies mit einer neuen Theorie.

Computerdarstellung der Mondkollision.
Computerdarstellung der Mondkollision.
zvg

Die Vorderseite des Mondes ist eher flach und wird von dunklen Ebenen vulkanischen Ursprungs dominiert, die Rückseite ist geprägt von hohem Gebirge und tiefen Kratern. Die Ursache dafür ist umstritten. Planetologen aus Bern und Kalifornien präsentieren nun eine neue mögliche Erklärung für die zweigliedrige Erscheinung des Erdtrabanten: Ein kleinerer zweiter Mond ist rund 100 Millionen Jahre nach der Entstehung des Erde- Mond-Systems mit dem heutigen Erdtrabanten kollidiert und hat sich auf der erdabgewandten Seite des Mondes angelagert.

Diese These sei im renommierten Wissenschaftsjournal «Nature» publiziert worden, teilte die Universität Bern am Mittwoch mit.

Das Gleichgewicht zwischen drei Himmelskörpern

Die Entstehung des Erdmondes gründet auf der folgenden, heute geltenden Theorie: In der Endphase der Planetenentstehung unseres Sonnensystems kollidierte die Ur-Erde mit einem Himmelskörper, der ungefähr die Grösse des Mars hatte. Nach der Kollision bildete sich um die Erde eine vormondähnliche Scheibe – eine Ansammlung von Trümmern, die um die Erde kreisten. Aus diesen bildete sich durch ein Zusammenklumpen schliesslich der Mond. Simulationen zeigen, dass sich bei diesem Prozess jedoch nicht nur ein, sondern gleich mehrere Monde bilden können.

Allerdings sind solche multiplen Erdmond-Systeme nicht lange stabil: «Typischerweise haben sie eine nur kurze Lebensdauer von weniger als 10’000 Jahren», erklärt Co-Autor Martin Jutzi vom «Center for Space and Habitability» (CSH) der Universität Bern. Kürzlich sei aber gezeigt worden, dass ein zweiter Mond auf einer speziellen Bahn – nämlich im Gleichgewichtspunkt des Systems von drei aufeinander wirkenden Körpern – einige 10 bis 100 Millionen Jahre existieren könne, bevor er entweder mit der Erde oder mit dem Mond kollidiert.

Die Kollision hat bis heute sichtbare Auswirkungen

Genau dieses Szenario erachten die Autoren der Studie in unserem Erde-Mond-System «als wahrscheinlich», so Jutzi. Gemäss der neuen Theorie kollidierte der rund dreimal kleinere Mond etwa 100 Millionen Jahre nach der Entstehung des Erde-Mond-Systems mit dem bis heute bestehenden Mond.

Die Forscher gehen davon aus, dass sich in diesem langen Zeitraum von der Mond-Entstehung bis zur Kollision der grösste Teil des ursprünglich geschmolzenen Mondes verfestigt hatte. «Eine Kollision mit einem kleinen zweiten Mond hätte deshalb grosse Ausswirkungen auf die Entwicklung und die heutige Form des Mondes gehabt», sagt Jutzi. Diese Hypothese könnte gemäss Jutzi die geologischen Eigenschaften der Mondrückseite mit ihrer dickeren Kruste und dem daraus entstandenen Hochland erklären.

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