Bern und Freiburg spannen im Kampf gegen häusliche Gewalt zusammen

Die Kantone Bern und Freiburg haben sich im Kampf gegen häusliche Gewalt zusammen getan: mit einer Wanderausstellung sollen Jugendliche für das Thema sensibilisiert werden.

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«Stärker als Gewalt/Plus fort que la violence» nennt sich die zweisprachig konzipierte Ausstellung, die am Dienstag eröffnet wurde. Ziel der Ausstellung ist es, den Jugendlichen aufzuzeigen wie sie den Kreislauf von Gewalt durchbrechen können, heisst es in einer Mitteilung der Kantone Bern und Freiburg vom Dienstag.

Eröffnet wurde die Ausstellung im Gymnasium Kirchenfeld in Bern. Bis am 19. September werden Schulklassen aus dem Raum Bern die Ausstellung besuchen können. Danach ist die Ausstellung bis am 20. November im Kanton Freiburg zu Gast, bevor sie erneut in Bern und anschliessend in der Westschweiz zu sehen ist.

Anlässlich der Vernissage betonte der bernische Polizei- und Militärdirektor Philippe Müller (FDP) die Wichtigkeit, junge Menschen auf das Thema aufmerksam zu machen. Die Freiburger Sozialdirektorin Anne-Claude Demierre (SP) wies laut Mitteilung darauf hin, dass häusliche Gewalt stark auf die fehlende Gleichstellung von Mann und Frau zurückzuführen sei.

Besuch in einer «Familienwohnung»

Die Ausstellung ist als Besuch in einer Familienwohnung konzipiert. Die einzelnen Zimmer sind in Holzkisten eingerichtet, die in der Strafanstalt Witzwil gefertigt wurden. Auf ihrem Rundgang durch die Zimmer werden die Besucherinnen und Besucher mit verschiedenen Aspekten zum Thema Gewalt konfrontiert. Dazu gehören etwa rechtlich Aspekte, aber auch Faktoren, die zu Gewalt führen können.

Besonderes Gewicht legt die Ausstellung auf die Betroffenheit von Kindern und Jugendlichen durch Gewalt. Die Ausstellung ist für Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren geeignet. Sie ist ein gemeinsames Projekt der Kantone Bern und Freiburg.

In der Schweiz kam es im vergangenen Jahr zu mehr als 18'500 Fällen häuslicher Gewalt. Dies dürfte allerdings nur die Spitze des Eisbergs sein, weil viele Opfer die Vorfälle nicht der Polizei melden oder sich nicht an eine Beratungsstelle wenden.

chh/sda

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