Bei Sandstein bleibt das Level tiefer

Bern

Bei der Militärkaserne kann der Energieverbrauch weniger stark reduziert werden als bei der Erziehungsdirektion. Sandsteinbauten sind aber energetisch besser als Gebäude der 1970er-Jahre.

Auf dem Dach der Militärkaserne im Berner Breitenrain ist eine Fotovoltaikanlage geplant.

Auf dem Dach der Militärkaserne im Berner Breitenrain ist eine Fotovoltaikanlage geplant.

(Bild: Christian Pfander)

Sandra Rutschi

Während bei der Erziehungsdirektion dereinst der Minergie-Eco-Standard gelten soll, ist dies bei anderen Gebäuden nicht möglich. Etwa bei der Mannschaftskaserne der Polizei- und Militärdirektion im Berner Breitenrain. Für deren Sanierung hat der Grosse Rat im November knapp 10 Millionen Franken genehmigt. Der Energieverbrauch könne durch neue Fenster und eine bessere Dachisolation knapp halbiert werden, sagt Bruno Rankwiler, Leiter der Fachstelle für nachhaltiges Bauen und Bewirtschaften.

Unter dem Dach in der Kaserne fühlt es sich fast so an, als würde man draussen stehen. «Sandstein können wir kaum isolieren», erklärt Rankwiler, während er Treppe um Treppe bis zum Giebel hochsteigt. Die Fassade ist denkmalgeschützt, und bei einer Innenisolation würde das Raumklima verschlechtert, weil die Feuchtigkeit nicht mehr nach aussen entweichen kann.

Energie selber produzieren

29 Prozent oder 308 der kantonalen Bauten sind aus Sandstein oder anderem massivem Mauerwerk. Bei ihnen wird der gewünschte Standard wohl nie erreicht werden können. «Sandsteinbauten sind energetisch aber viel besser als Gebäude aus den 1970er-Jahren», betont Rankwiler. Die dicken Mauern isolieren gut und sorgen für ein angenehmes Klima.

Ganz oben neben dem Glockentürmchen auf dem Dach wird verständlich, was das Spezielle an der Sanierung der Kaserne ist: die Fotovoltaikanlage, die auf der südlichen Querseite des Daches geplant ist. Sie soll möglichst viel vom Strombedarf der Kaserne selber produzieren. «Ganz wirds allerdings nicht reichen», sagt Rankwiler, «wegen der Serverkühlung und der dichten Belegung ist der Strombedarf der Kaserne hoch.»

Dass auf einem Sandsteinhaus eine Fotovoltaikanlage genehmigt wird, ist nicht selbstverständlich. 4000 Quadrat­meter umfasst das Dach der Kaserne, insgesamt 80'000 rote Ziegel decken sie – ein mar­kanter Teil des gesamten Ge­bäudes.

Die Fotovoltaikanlage wird denn auch ganz dunkel gehalten sein und flach anliegen, damit sie möglichst nicht stört. Dennoch wäre so etwas zum Beispiel in der streng geschützten Berner Altstadt nicht erlaubt. Die Dachlandschaft des Unesco-Weltkulturerbes würde dadurch beeinträchtigt – und der Denkmalschutz hat dort gegenüber der Energie Vorrang.

Gesamtbilanz muss stimmen

Auch wenn bei der Kaserne der gewünschte Minergie-Eco-Standard nicht erreicht werden kann, ist das nicht so schlimm: «Wichtig ist, dass wir unsere Energiestrategie aufs Ganze gesehen einhalten können», sagt Rankwiler. Dank den über 1000 Unterhaltsmassnahmen pro Jahr, den 46 seit 2001 realisierten Gesamtsanierungen und den Neubauten sei der Kanton diesbezüglich auf gutem Weg.

Berner Zeitung

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