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Bauern gegen tieferen Mehlzoll - Getreideanbau gefährdet

Die Getreideproduzenten im Kanton Bern schlagen Alarm: Der vom Bund gesenkte Mehlzoll erhöhe den Preisdruck auf die ohnehin schon gebeutelten Landwirtschaftsbetriebe.

Sollte der Getreidepreis weiter sinken, werde der Getreideanbau unrentabel.

Schon zwischen 2008 und 2009 sei der Weizenpreis um 10 Franken pro 100 kg gesunken, sagte Walter Balmer, Präsident der bernischen Bauernorganisation LOBAG laut Redetext am Dienstag in Busswil. Für einen typischen Bauernbetrieb im Berner Mittelland bedeute dies eine Ertragseinbusse von rund 3500 Franken, die nicht zu verkraften sei.

Ein sinkender Getreidepreis würde die Rentabilität der Betriebe in den «tiefroten Bereich» bringen, betonte Balmer. Denn während sich die Weizenpreise in den letzten 20 Jahren praktisch halbiert hätten, seien die Produktionskosten für die Getreidebauern deutlich gestiegen.

Der Preisdruck durch die Reduktion des Mehlzolls werde zu einem noch stärkeren Rückgang der Anbauflächen führen, sagte Balmer. Dabei seien die Anteile an Getreideacker und offenen Ackerflächen im Kanton Bern stärker zurückgegangen als im schweizerischen Mittel.

Gefährdete Arbeitsplätze

Auch für Heinz Siegenthaler, Präsident des Getreidezentrums Busswil (GZB) ist die Zollsenkung ein Problem. Nach dem tiefen Weltmarktpreis und dem tiefen Eurokurs komme jetzt die «völlig unbegründete» Zollsenkung, sagte er vor den Medien. Dadurch bestehe die Gefahr, dass der Getreideanbau in der Schweiz sterbe.

«Wenn weniger Getreide ins GZB kommt, können wir nicht mehr kostendeckend arbeiten», sagte Siegenthaler. Bei der Schliessung von Getreidezentren gingen zahlreiche Arbeitsplätze, aber auch Knowhow und hochwertige Infrastrukturen verloren.

Sorgen machen sich die Getreideproduzenten auch um die Ernährungssouveränität der Schweiz. Ohne Getreide brauche es keine Mühlen mehr, und das Brot könnte man ja auch gleich importieren, sagte Siegenthaler. Somit gehe es um die Frage, ob die Schweiz ihre Fähigkeit behalten wolle, unabhängig eigenes Brot zu backen.

Der Schweizerische Getreideproduzentenverband will nun mit einer symbolischen Aktion auf den Unmut der Bauern hinweisen. Der Verband ruft die Getreidebauern auf, stets eine schwarze Schleife zu tragen, wenn sie Getreide abliefern.

SDA

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