Baubewilligungen: Kanton bringt E-Bau

In zehn Emmentaler Gemeinden können bald Baugesuche elektronisch eingereicht werden. Das Emmental wird damit zu einem Pioniergebiet für eine Verfahren, das der Kanton Bern ab Ende Jahr überall einführen will.

Der Kanton Bern erklärt in einem Youtube-Video, wie das elektronische Baubewilligungsverfahren funktioniert. <i>Video: Youtube/Kanton Bern</i>

Etwa 20 000 Baugesuche werden im Kanton Bern pro Jahr eingereicht. Damit verbunden sind etwa 350 000 Postsendungen mit rund 28 Millionen Seiten Papier. Das heisst es in einer Mitteilung der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion (JGK) des Kantons.

Dem soll jetzt Abhilfe geschaffen werden: Ab Sommer 2018 können Baugesuche in den ersten Gemeinden elektronisch eingereicht werden. «Mit der Einführung des elektronischen Baubewilligungsverfahrens (E-Bau) werden die Prozesse schneller, wirtschaftlicher und ökologischer», schreibt die JGK. Damit setze der Kanton eine im Grossen Rat einstimmig überwiesene Motion um.

Das webbasierte System E-Bau wurde seit 2015 entwickelt. Im Sommer starten die Gemeinden Burgdorf, Eggiwil, Hasle, Langnau, Lyssach, Oberburg, Rüderswil, Utzenstorf, Trubschachen und Wynigen sowie das Regierungsstatthalteramt Emmental den Pilotbetrieb. Voraussichtlich Ende 2018 wird es flächendeckend eingeführt.

Der Kanton übernimmt die Investitions- und Betriebskosten. «Die Gemeinden brauchen lediglich eine zeitgemässe Informatik­infrastruktur mit aktueller Office-Software und einem Internetzugang», heisst es in der Mitteilung zum Projekt, das heute auch im Rahmen des Politforums in Thun vorgestellt wird.

«Das neue System funktioniert ähnlich wie das Ausfüllen einer Steuererklärung», schreibt die JGK. Bis zur gesetzlichen Anpassung müssen Baupläne und das Freigabeformular noch von Hand unterschrieben und in Papierform eingereicht werden. Im Endausbau soll E-Bau jedoch dereinst alle benötigten Daten digital übermitteln können.

Voraussichtlich ab 2020 werden Baubewilligungen im Kanton Bern nur noch elek­tronisch abgewickelt. So lassen sich laut der JGK rund 3,5 Mil­lionen Franken pro Jahr ein­sparen.

maz/pd

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